HUNGRIG-ONLINE FÜR BETROFFENE

Du hast eine Essstörung? Du weißt nicht, an wen du dich wenden sollst? Du fühlst dich allein?

Wir, das Team des Hungrig-Online e.V. wollen dir dabei helfen, den ersten Schritt aus deiner Essstörung zu machen. Bei uns kannst du dich anonym, kostenlos und unverbindlich über Essstörungen, die ersten Anzeigen und Symptome informieren, dich in unserem Forum mit Leidensgenossen austauschen und Wege aus der Essstörung zeigen lassen.

Du bist nicht allein!

Bin ich essgestört?

Es ist praktisch nicht möglich, eine Definition dafür zu finden, was „normales“ Essverhalten ist und wann genau schon eine Essstörung vorliegt. Aber es gibt ganz charakteristische Verhaltensweisen in Bezug auf das Essverhalten, die eigene Körperwahrnehmung und Gedanken, die typisch für eine Essstörung sind. Je früher du diese Verhaltensweisen als krank erkennst und dir Hilfe suchst, umso besser sind deine Chancen, die Essstörung erfolgreich zu überwinden.


Essverhalten

Überspringst du häufig Mahlzeiten oder isst kleinste Portionen? Magst du in Gesellschaft anderer Leute gar nicht mehr essen? Machst du aus dem Essen ein Ritual? Kochst oder backst du gern und viel für andere, aber isst nie mit und findest stattdessen Ausreden?

Kannst du dir nicht mehr vorstellen, wie du früher bestimmte Dinge gerne und ohne nachzudenken essen konntest? Suchst du dir dein Essen nach ganz bestimmten Gesichtspunkten aus und findest andere, in deinen Augen ungesunde Lebensmittel „eklig“? Studierst du ausgiebig die Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen und kennt den Kaloriengehalt der meisten Lebensmittel auswendig?

Oder achtest du im Gegenteil immer darauf, genug Essen im Haus zu haben, und übergibst dich dann, wenn du deiner Meinung nach zuviel davon gegessen hast?

Benutzt du Abführmittel, Diät- und Entwässerungsmittel, um Gewicht zu verlieren? Rauchst du oder treibst du übermäßig Sport, um dich vom Hungergefühl abzulenken?


Erscheinungsbild und Körperbild

Verbringst du viel Zeit damit, deine „Problemzonen“ im Spiegel zu betrachten? Glaubst du, „zu dick“ zu sein, obwohl dich immer wieder Leute darauf ansprechen, wie dünn du geworden bist? Trägst du weite Kleidung, um deine wahre Figur zu verbergen?


Gedanken

Treibst du übermäßig viel Sport und hast ein schlechtes Gewissen, wenn du deine tägliche Routine nicht schaffst? Glaubst du, nur auf diese Weise das Essen zu verdienen? Bist du der Meinung, du würdest dich besser fühlen und würdest mehr Anerkennung finden, wenn du abnehmen würdest? Ziehst du dich von Leuten zurück, die dich auf dein Verhalten ansprechen?

Es gibt viele verschiedene Essstörungen und und nicht dein Verhalten muss nicht zwangsläufig alle dieser typischen Merkmale einer Essstörung aufweisen. Aber wenn du dich in einigen der oben genannten Sätze wiederfindest, solltest du misstrauisch werden und dich fragen, ob du auf dem Weg bist, eine Essstörung zu entwickeln oder bereits tief in ihr drin steckst.

Wenn dem so ist, lass dir helfen – je früher, desto besser. Du kannst dir viel Leid ersparen. Denn Essstörungen sind mit einem großen gesundheitlichen Risiko verbunden.

Gefahren von Essstörungen

Essstörungen sind keine Modeerscheinung oder eine pubertäre Phase, sondern schwerwiegende Krankheiten, die für den Betroffenen ein erhebliches körperliches und psychisches Risiko darstellen. Bleibende Schädigungen der inneren Organe, Störungen der Herzfunktion und Depressionen bis hin zum Selbstmord sind keine Seltenheit.

Bei längerem Krankheitsverlauf sind die Folgen einer Essstörung beträchtlich. Bleibende körperliche Schäden sind vor allem, aber nicht nur bei chronisch kranken Betroffenen häufig. Ein nicht zu vernachlässigender Prozentsatz der Erkrankten stirbt an den Folgen seiner Essstörung.


Physische Risiken

Die inneren Organe wie Leber oder Nieren können dauerhaft geschädigt werden – insbesondere durch andauerndem Medikamentenmissbrauch. Es kann zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand kommen, Knochen und Zähne können angegriffen und Muskelmasse abgebaut werden. Der Elektrolythaushalt des Körpers gerät aus dem Gleichgewicht.

Bei Frauen kann die Störung des Hormonhaushaltes zum Ausbleiben der Menstruation, im Extremfall zu Unfruchtbarkeit, bei Männern zu Impotenz führen.


Psychische und soziale Risiken

Essstörungen gehen oft einher mit Zwangserkrankungen, verlorenem Selbstbewusstsein und Depressionen bis hin zum Selbstmord. Der permanente Stress, unter den sich die Betroffenen selbst setzen, und die Angst davor, dass das gestörte Essverhalten entdeckt und angesprochen wird, führt zu Vereinsamung und dem Abbruch aller sozialen Kontakte.

Die oft erheblichen Kosten für Lebensmittel und Medikamente treiben viele Betroffene in dauerhafte finanzielle Probleme und Verschuldung.


Die Risiken können vermieden werden

Mach dir klar, dass du mit einer Essstörung deinen Körper, deine Zukunft und dein Leben auf’s Spiel setzt. Doch noch wichtiger: Du bist nicht allein und dir kann geholfen werden. Essstörungen können behandelt werden. Je früher du siehst, dass die Essstörung nicht die Lösung deiner Probleme, sondern das Problem selber ist, umso besser sind deine Chancen, die Essstörung zu überwinden und die Risiken zu vermeiden. Lass‘ dir helfen. Du bist nicht allein.

Hilfe und Unterstützung

Doch auch der Weg aus der Essstörung beginnt mit dem ersten Schritt: Du musst dir eingestehen, dass du eine Essstörung hast und Hilfe brauchst. Es gibt eine Fülle von Unterstützungsangeboten für dich, die du aber erst dann sinnvoll nutzen kannst, wenn du bereit bist, diese Hilfe auch anzunehmen. Je nachdem, wie ausgeprägt deine Essstörung ist und ganz in Abhängigkeit von deinem gesundheitlichen Zustand stehen dir viele Möglichkeiten offen.


Selbsthilfegruppen

Viele Menschen mit den verschiedensten Essstörungen haben sich, zum Teil neben oder nach einer therapeutischen Behandlung, zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Sie alle wollen sich über die mit ihren Essgewohnheiten verbundenen seelischen, körperlichen und sozialen Empfindungen und Probleme aussprechen und einander helfen. Oft ist es der Wunsch „Ich will mal wissen, wie es anderen geht, die das gleiche haben, wie ich“, der in eine Selbsthilfegruppe führt. Dieser Wunsch, Gleichbetroffene zu finden, ist ein wichtiges Motiv, an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen oder eine zu gründen.

Bestimmt gibt es auch in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe – oder wären unsere virtuellen Selbsthilfegruppen etwas für dich?


Beratungsstellen

Beratungsstellen gibt es in vielen Städten. Hier kannst du dich persönlich und unverbindlich über alle Hilfsmöglichkeiten informieren. Die Mitarbeiter der Beratungsstellen kennen durch ihre tägliche Arbeit ganz genau deine Sorgen und Nöte und können dir wertvolle Ratschläge geben. Viele Beratungsstellen bieten auch telefonische Hotlines an.

In unserem Beratungsforum „Fragen an BiTE- Beratungsstelle im Therapienetz Essstörung“ kannst du dich schon vorab über die Arbeit einer Beratungsstelle informieren.


Haus- oder Facharzt

Deinem Hausarzt kannst du dich ebenfalls anvertrauen. Er ist an seine Schweigepflicht gebunden. Entweder kann er dir selber Ratschläge geben oder aber er kann dich an einen entsprechend ausgebildeten Facharzt oder Psychologen überweisen.


Ambulante oder stationäre Therapie

Eine Therapie zu beginnen ist ein großer, mutiger Schritt. Die Behandlung beginnt mit einer medizinischen Untersuchung, um deinen gesundheitlichen Zustand zu bestimmen. In manchen Fällen ist die Einweisung in ein Krankenhaus notwendig, in anderen Fällen ist eine ambulante Therapie ratsam. In der Regel wird in einer Therapie die Unterstützung durch Ärzte, Ernährungsberater und Psychotherapeuten kombinierte, um die Essstörung zu überwinden. Familie und Freunde oder auch eine Selbsthilfegruppe können wertvolle Unterstützer sein.

Viele Kliniken bieten Informationen über ihre Arbeit im Internet an.

Ambulante Therapie

Wie finde ich einen Therapieplatz?

Du hast dich dazu entschlossen, etwas gegen deine Essstörung zu tun? Das ist großartig! Jetzt hast du bestimmt eine Menge Fragen. Wir wollen dir dabei helfen, Hilfe zu suchen und zu finden!


Wer darf therapieren?

Ärztliche Psychotherapeuten (das sind studierte Ärzte, die eine Zusatzausbildung in Psychotherapie haben) und Psychologische Psychotherapeuten (studierte Psychologen, die eine Zusatzausbildung in Psychotherapie haben), dürfen therapieren. Kinder- und Jugendlichentherapeuten dürfen Personen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr therapieren.


Wo finde ich Adressen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, an Therapeutenadressen zu kommen:

Deine Krankenkasse kann dir eine Liste der kassenzugelassenen (Kinder- und Jugendlichen-)Therapeuten deines Landkreises (bzw. nächstgelegener Landkreise und Städte) zukommen lassen.

Eine Übersicht findest du auch bei der Psychotherapiesuche im Internet. 

Schau in den Gelben Seiten oder bei Google unter folgenden Stichworten nach: Psychologische Psychotherapeuten, Psychotherapie, Psychotherapie: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychotherapie: Psychologische Psychotherapeuten bzw. unter Psychologie/Psychologische Beratung.

Wenn du bei einem Therapeuten anfragst, denke an ein paar Punkte: Hat der Therapeut eine Kassenzulassung hat und welche Therapieformen werden von deiner Krankenkasse unterstützt.

Du kannst auch deinen Hausarzt und/oder Gynäkologen fragen, ob er Therapeuten empfehlen kann.


Wie geht es weiter?

Schreibe dir die Therapeuten, die für dich in Frage kommen heraus und greif zum Telefonhörer. Machst so viele Termine für Erstgespräche aus wie möglich. Je mehr, desto besser.

Die ersten Stunden sind so eine Art „Schnupperstunden“, sie nennen sich probatorische Sitzungen. Von der Kasse werden 5 (bei Analyse 8) probatorische Stunden übernommen. Innerhalb dieser 5 (bzw. 8) Stunden hast du Zeit, dir darüber klarzuwerden, ob du mit diesem Therapeuten klarkommen könntest oder nicht.

Und dann?


Beantragung

Wenn dir klar ist, dass du bei diesem Therapeuten Therapie gehen möchtest, dann wird der Therapeut den Antrag für die Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen. Dazu gehört in den meisten Fällen ein sogenannter Konsiliarbericht, den ein Psychiater schreibt. Dieser dient dazu, auszuschließen, dass deine Essstörung (und evtl. weitere psychische Erkrankungen) organischer Ursache sind. Dieser Antrag wird vom Therapeuten an die Krankenkasse geschickt, von wo aus der Sachbearbeiter ihn ungeöffnet an einen für die Krankenkasse arbeitenden Gutachter weiterleitet. Dieser ist verpflichtet, den Antrag binnen 2 Wochen zu bearbeiten und zu genehmigen bzw. abzulehnen. Genehmigung bzw. Ablehnung geht zurück an den Sachbearbeiter der Krankenkasse, der dann die Entscheidung dir und dem voraussichtlichen Therapeuten mitteilen wird.

Essstörungen stehen auf der Indikationsliste für Langzeittherapien, ein Gutachten ist daher immer notwendig.


Müssen meine Eltern von der Therapie wissen und kriege ich dann einen Brief nach Hause?

Wenn du dein eigenes Krankenkassenkärtchen hast, müssen deine Eltern davon nicht erfahren, auch nicht, wenn du minderjährig bist. Therapeuten unterliegen genauso wie Ärzte der Schweigepflicht. Sieht der Therapeut dich jedoch in Lebensgefahr, ist er verpflichtet, deine Eltern zu informieren, wenn du noch minderjährig bist.

Der Brief der Krankenkasse mit der Zusage bzw. Ablehnung der Kostenübernahme muss nicht zu dir nach Hause geschickt werden. Du (bzw. dein Therapeut) kannst die für dich zuständige Geschäftsstelle deiner Krankenkasse anrufen und darum bitten, keinen Brief heimzuschicken.


Welche Therapieformen werden von der Kasse finanziert?

In Deutschland werden im ambulanten Setting die Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Psychotherapie, Analyse von der Kasse übernommen.

Im stationären Setting werden auch andere Therapieformen angewandt und übernommen.


Wie viele Stunden bekomme ich?

Da die Stundenanzahl in Deutschland per Gesetz noch oben hin beschränkt ist, bekommst du nur eine bestimmte Anzahl finanziert. Dies ist in den Psychotherapierichtlinien festgelegt.

Für Kurzzeittherapie ist die Höchststundenzahl 25 Stunden (à i.A. 50 Minuten). Eine Kurzzeittherapie kann in eine Langzeittherapie umgewandelt werden, die bereits geleisteten Stunden werden jedoch angerechnet. Daher werden beim Erstantrag in der Regel auch zunächst 15 bzw. 25 Stunden bewilligt. Danach muss ein Verlängerungsantrag gestellt werden.

Bei der Verhaltenstherapie werden insgesamt bis zu 45 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 60 Stunden genehmigt. Bei der tiefenpsychologischer Psychotherapie werden bis zu 50 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 80 Stunden genehmigt. Bei  derAnalyse werden bis zu 160 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 240 Stunden genehmigt.

Bei Kindern und Jugendlichen sehen die Zahlen noch etwas anders aus: Bei Verhaltenstherapie werden bis zu 45 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 60 Stunden genehmigt. Bei tiefenpsychologischer Therapie und Analyse werden bis zu 90 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 140 Stunden genehmigt.

Eine Überschreitung dieses Leistungsumfanges ist nur zulässig, wenn aus der Darstellung des therapeutisches Prozesses hervorgeht, dass mit der Beendigung der Therapie das Behandlungsziel nicht erreicht werden kann, aber begründete Aussicht auf Erreichung des Behandlungsziels bei Fortführung der Therapie besteht. Höchstgrenzen sind dann folgende bei Erwachsenen (und Kindern und Jugendlichen):

Analytische Psychotherapie: 300 Stunden (150 Stunden)

Tiefenpsychologische Psychotherapie: 100 Stunden (150 Stunden)

Verhaltenstherapie: 80 Stunden (bei Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen)

Eine Mischung der verschiedenen Therapieformen ist eigentlich nicht zulässig. Jedoch haben viele Therapeuten weitere Zusatzausbildungen in Therapieformen, deren Kosten die Krankenkassen derzeit nicht übernehmen.


Und was, wenn ich mein Budget ausgeschöpft habe?

Um dieselbe Therapieform wieder und weiter zu machen, musst du 2 Jahre warten, eh neu beantragt werden darf.

In der Übergangszeit kannst du privat Therapiestunden nehmen, d.h. du musst sie aus eigener Tasche bezahlen, der Kassensatz liegt derzeit bei 65-70 Euro/50 Minuten, kann aber auch darunter bzw. weit darüber liegen.

Hast du allerdings bisher eine tiefenpsychologische Therapie gemacht und dort das Budget ausgeschöpft, darfst du eine analytische Therapie direkt anschließen. Umgekehrt ist es nicht möglich.

Ambulante Therapie für privat Versicherte

Beantragung

Die Abläufe bei der Beantragung einer ambulanten Psychotherapie für privat Versicherte unterscheiden sich leider je nach Krankenversicherung. Deshalb ist es am günstigsten, dort anzurufen und nachzufragen, wie jeweils der Ablauf ist. Bitte am besten direkt um ein entsprechendes Antragsformular, welches dann vom Therapeuten bzw. vom Versicherungsnehmer (Patient/Klient) auszufüllen ist.

Wie auch bei den gesetzlichen Krankenkassen werden nur die Kosten für Therapie bei kassenzugelassenen Therapeuten übernommen. Ansonsten läuft dann die Genehmigung der Stunden wie auch bei den gesetzl. Versicherten über das Gutachterverfahren.

Stationäre Therapie


Welche Klinikarten gibt es?

Da gibt es drei Möglichkeiten:

  • Allgemeinkrankenhaus
  • Psychiatrie
  • Psychosomatische Fachklinik

Ist dein körperlicher Zustand sehr schlecht und bedrohlich, ist es das Beste, erst mal in ein Allgemeinkrankenhaus zu gehen und sich aufpäppeln zu lassen.

Bist du suizidal oder neben der Essstörung bspw. auch psychotisch (eine Psychose kann auch durch’s Hungern ausgelöst werden!) oder schizophren, wäre die Psychiatrie der nächste Ansprechpartner.

Ansonsten werden Essstörungen in der Regel in psychosomatischen Fachkliniken behandelt.

Die meisten Kliniken haben einen Mindest-Aufnahme-BMI, das heißt einen BMI, den du mindestens noch haben solltest, es ist also günstig, nachzufragen, ob du mit deinem Gewicht noch genommen wird. Ansonsten ist das (Unter-)Gewicht keine Bedingung für eine Aufnahme.


Was mache ich mit meinem Kind?

Es gibt einige Kliniken, die Mütter mit Kindern aufnehmen. Hierzu haben wir einen speziellen Leitfaden Klinik mit Kind. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass die Krankenkasse für die Zeit des stationären Aufenthaltes die Kosten für eine Haushaltshilfe/Kindermädchen übernimmt, dies muss allerdings gesondert beantragt werden.


Ich habe eine Klinik gefunden, was muss ich nun tun?

In diesem Fall ist als erstes zu klären, wer voraussichtlich der Kostenträger sein wird. Handelt es sich um eine stationäre Rehamaßnahme, wird dies in den meisten Fällen der Rentenversicherungsträger (bspw. BfA, LVA, etc.) sein oder die Krankenkasse.

Wird die Krankenkasse der Kostenträger, wende dich an deinen Arzt. Dieser besitzt spezielle Formulare und muss „weitere Maßnahmen verordnen, da die ambulanten Maßnahmen nicht ausreichen und deshalb eine stationäre Reha sinnvoll wäre“. Die Krankenkasse sieht sich das an, spricht evtl. mit dir, klärt die Zuständigkeit und schlägt vor, wie es weitergehen könnte. Wenn der Vorschlag dann eine Reha ist, gibt sie dir den eigentlichen Reha-Antrag (den nur die Krankenkasse, aber nicht der Arzt hat) zum Ausfüllen für den Arzt.

Die ausgefüllten Bögen gehen zurück an die Krankenkasse und müssen genehmigt werden. Mit der Kostenzusage meldet man sich dann bei der Klinik an.

Wird voraussichtlich der Rentenversicherer wie die BfA der Kostenträger sein, so kann man den Antrag direkt dort anfordern und ausgefüllt wieder zurückschicken.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit per „Akuteinweisung“ in eine Klinik mit „Akutstatus“ zu gehen. Diesen Status hat nicht jede Klinik, daher ist es sinnvoll sich vorher bei der Klinik zu erkundigen.

Die vom Arzt ausgestellte Krankenhauseinweisung muss von der Krankenkasse genehmigt/gestempelt werden. Wenn dies geschehen, kannst du dich bei der Klinik melden und einen Aufnahmetermin vereinbaren. Je nach Klinik sind die Wartezeiten für einen Aufnahmetermin unterschiedlich lang.


Wie lange dauert es, bis ich Nachricht bekomme?

Der erstangegangene mögliche Kostenträger (Krankenkasse, BfA, LVA, etc.) ist verpflichtet, binnen 14 Tagen die Zuständigkeit zu klären und den Antrag, sofern sie nicht zuständig sind, an den entsprechenden Kostenträger weiterzuleiten.

Ist der Antrag bei der BfA gestellt, so erhält du innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen ein Schreiben, in dem der Eingang des Antrages bestätigt wird. Von da ab kann es unterschiedlich lang dauern, bis der Antrag schlussendlich bearbeitet ist und du Antwort erhälst.

Auch wenn es nicht angenehm ist, dieser Prozess kann beschleunigt werden, wenn du immer wieder bei der Krankenkasse anrufst und auf die Dringlichkeit hinweist.


Was kann ich tun, wenn der Antrag auf Kostenübernahme abgelehnt wird?

Anträge auf Kostenübernahme (bei Rehamaßnahmen) werden z. B. dann abgelehnt, wenn vor Beantragung eines stationären Aufenthaltes noch keine ambulante Therapie gemacht oder ein stationärer Aufenthalt abgebrochen wurde bzw. wenn der Antrag missverständlich war.

Wird dein Antrag auf Kostenübernahme also abgelehnt, hast du die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Dies kannst du erst mal formlos tun. Günstig ist es, Atteste (z.B. vom Psychiater) oder Dringlichkeitsgutachten etc. von deinem behandelnden Therapeuten, Facharzt o.ä. beizufügen, welche den Ablehnungsgrund widerlegen. Hilfreich ist es auch, wenn du weitere Atteste, z. B. vom behandelnden Internisten, der die körperlichen Begleiterscheinungen attestiert, beifügst.

Im übrigen haben sowohl die BfA als auch die LVA Vertragskliniken, d.h. sie bewilligen deinen Antrag im Zweifel nur für eine bestimmte Klinik – auch wenn das nicht die ist, die dir vorschwebte. In der Regel ist es die Klinik, die die BfA/LVA am geeignetsten für dich hält. Auch in diesem Fall ist es jedoch möglich, Widerspruch einzulegen.

Stationäre Therapie für privat Versicherte

Bei den privaten Krankenversicherung stehen im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen Rehamaßnahmen, Kuren und Sanatoriumsbehandlungen NICHT unter Versicherungsschutz. Privat Versicherte müssen nicht zwangsläufig rentenversichert sein, sie sind davon befreit.

Möchtest du daher in eine Klinik, die neben medizinisch notwendigen Akutbehandlungen auch Rehamaßnahmen, Kuren und Sanatoriumsbehandlungen durchführen, so ist zu beachten, dass die PKV den Aufenthalt vor deinem Aufnahme schriftlich zusagen muss.

Die Unterlagen, die bei der PKV eingereicht werden, müssen um zu beurteilen, dass eine Heilbehandlung in einer solchen Klinik notwendig ist, so ausführlich wie möglich sein (weil anhand dieser Unterlagen geprüft wird, ob es sich um eine Akutbehandlung oder eine Rehamaßnahme/Kur/Sanatoriumsbehandlung handelt). Aus ihnen muss hervorgehen, dass es sich NICHT um eine Kur oder Rehamaßnahme handelt. Worte wie „Kur“, „Rehamaßnahme“ oder „Sanatoriumsbehandlung“ sollten im Arzt- bzw. Therapeutenbericht vermieden werden und die AKUTE MEDIZINISCHE NOTWENDIGKEIT in den Vordergrund gestellt werden.

Wird der Antrag auf Kostenübernahme von der PKV abgelehnt, so kannst du fristlich ungebunden Widerspruch einlegen und weitere/neue med. Unterlagen einreichen.

Reden wir darüber!

Wir wollen dir dabei helfen, den ersten Schritt aus deiner Essstörung zu machen. Bei uns kannst du dich anonym, kostenlos und unverbindlich über Essstörungen informieren, dich mit Leidensgenossen austauschen und dir erklären lassen, wie dir geholfen werden kann.

All unsere Angebote sind für dich kostenlos und anonym. Alles, was du dazu brauchst, ist eine E-Mail-Adresse und eine Verbindung zum Internet.

Die goldene Regel bei Hungrig-Online ist: Keine Zahlen! Ganz gleich, ob Größe, Gewicht, Kalorien oder BMI: Zahlen spielen bei Essstörungen eine oberflächliche Rolle und stören unseren Austausch nur. Du sollst unsere Angebote nutzen können, ohne dich in einen Konkurrenzkampf mit anderen Betroffenen zu verwickeln.

Du findest bei uns folgende Angebote

Forum

In unserem Diskussionsforum findet in zahlreichen Foren ein lebhafter Austausch zu allen Fragen und Themen rund um Essstörungen statt. Die Diskussion verläuft rund um die Uhr und wird von unseren Moderatoren begleitet.

Alle Diskussionsbeiträge kannst du lesen, ohne dich selber für das Forum zu registrieren. Um an der Diskussion teilnehmen zu können, musst du dich jedoch anmelden. Diese Anmeldung ist kostenlos.

Bitte beachte: Auch im Forum sind keine Zahlen erlaubt. Schau dir unsere Regeln am besten an, bevor du dich registrierst und versuche, dich an sie zu halten. Du findest sie unten auf unserer Seite, im Forum oder in deiner Registrierungsmail.


Mailingliste

Der Vorteil unserer Mailingliste ist: Es müssen nicht alle gleichzeitig online sein. Der Austausch findet klassisch per Mail statt – alle eingeschriebenen Mitglieder bekommen sie automatisch. So kannst du mit anderen deine Sorgen und Freuden, deine Durchhänger und Fortschritte besprechen und das zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne Termin.

Virtuelle Selbsthilfegruppe 

Unser Wunsch ist es, allen, die es wollen – aber bisher nicht konnten – den Besuch einer Selbsthilfegruppe zu ermöglichen. Das Internet senkt durch die anonyme Kommunikation zudem die Hemmschwelle, sich an einer Selbsthilfemaßnahme zu beteiligen. Die virtuelle Selbsthilfegruppe kann daher auch ein erster Schritt sein, sich von professioneller Seite helfen zu lassen und sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen.

Du bist nicht allein!

Das alles macht erst einmal Angst? Das ist mehr als verständlich. Der erste Schritt ist der schwierigste, aber er lohnt sich. Vielleicht hilft dir die Teilnahme an unseren kostenlosen, anonymen und unverbindlichen Kommunikationsangeboten dabei, den Entschluss zu fassen, dir helfen zu lassen. Bei uns kannst du Leute treffen, denen es genauso geht wie dir, die dieselbe Angst haben oder die bereits den ersten Schritt getan haben und dir berichten können, wie es ihnen ergangen ist.

Welche Essstörungen gibt es?

Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, wobei Mischformen am häufigsten und die Übergänge fließend sind. Magersucht, Bulimie und Binge-Eating sind die am häufigsten vorkommenden Essstörungen.