Diätverhalten und Körperunzufriedenheit gelten als wesentliche psychosoziale Risikofaktoren für die Entwicklung einer Essstörung. "Die Körperwahrnehmung bei Teenagern läuft häufig in die Irre: Jungen wünschen sich eine oft unrealistisch eindrucksvolle Muskelmasse und traktieren sich mit mehr oder minder zweifelhaften Präparaten. Zwei Drittel der normalgewichtigen und 15 Prozent der untergewichtigen Mädchen wollen abnehmen", berichtet Professorin Dr. Petra Warschburger (Universität Potsdam) in der aktuellen Ausgabe von "Praxis - Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation" (Petra Warschburger: Körperunzufriedenheit und gestörtes Essverhalten bei Jugendlichen. In: Praxis - Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 85: S. 152-158).
Kurzfassung auf psychologie-aktuell.com
Im Rahmen einer Präventionsstudie wurden 1112 Potsdamer Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 – 16 Jahren u.a. zu ihrer Körperzufriedenheit befragt. Generell wünschten sich mehr als die Hälfte der Mädchen eine schlankere Figur; dies traf nur bei einem Drittel der Jungen zu. Der Wunsch nach einer schlankeren Figur war auch unter den normalgewichtigen Schülerinnen sehr verbreitet (62,9%), während die normalgewichtigen Jungen sich eher zufrieden mit ihrer Figur zeigten. Ein Drittel der Mädchen und ca. 16% der Jungen verfügten über Diäterfahrungen und begannen diese durchschnittlich im Alter von 11,5 Jahren. Insgesamt wiesen 15,9% der Schülerinnen und Schüler auffälliges Essverhalten auf. Die vorliegenden Daten unterstützen die Notwendigkeit von frühzeitigen Interventions- und Präventionsprogrammen.
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