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Interdisziplinäre Studie zu gestörter Körperwahrnehmung bei Essstörungen

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Die verzerrte Körperwahrnehmung von Menschen mit Essstörung lässt sich durch eine spezielle Körperbildtherapie nachweislich verändern (siehe Artikel vom Oktober 2005). Eine fächerübergreifende Studie untersuchte, inwiefern die bei Menschen mit Essstörungen ebenfalls veränderte Hirnaktivität, vor und nach einer Psychotherapie Änderungen aufweist.

Die gestörte Körperwahrnehmung von Menschen mit Essstörung spiegelt sich auch in deren Hirnfunktionen wider (wir berichteten Januar 2010). Fokus der interdisziplinären Studie (siehe Ankündigung der Studie auf unseren Infoseiten August 2006) war es zu verstehen, in wie weit sich die beobachtete geringere Aktivierung eines zur Verarbeitung von Körperbildern zuständigen Hirnareals (EBA) bei Patienten mit Magersucht, durch eine speziell entwickelte Therapie verändern lässt.

Den Forschern gelang es in ihrer Studie erstmals, die durch die durch Therapie erzielten erfolgreichen Verhaltensänderungen von Menschen mit Essstörung bezüglich der eigenen Körperwahrnehmung auch mit Hilfe bildgebender Verfahren sichtbar zu machen. Die Bilder im Kernspintomografen zeigen deutlich, dass die Aktivierung des Hirnareals, das bei Magersucht Patienten eine deutlich geringere Aktivität aufweisen, plastisch ist, und sich durch Therapie verändern lässt. Die Forschungsergebnisse wurden in den Fachzeitschriften "Journal of Psychiatry and Neuroscience" und "Behavioural Brain Research" veröffentlicht und als besonderes Forschungs-Highlight herausgestellt.

Ausführliche Pressemitteilung des Informationsdienst Wissenschaft zu den aktuellen Veröffentlichungen. Auch die Ärzte Zeitung berichtet.

Originalartikel:
Vocks et al. (2010): Neural correlates of viewing photographs of one's own body and another woman's body in anorexia and bulimia nervosa: an fMRI study. Journal of Psychiatry and Neuroscience 35 163-176. DOI: 10.1503/jpn.090048.
Suchan et al. (2010): Reduction of gray matter density in the extrastriate body area in women with anorexia nervosa. Behavioural Brain Research 206, 63. DOI: 10.1016/j.bbr.2009.08.035.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 26. Juni 2010 um 15:46 Uhr  

Kommentare 

 
+1 # Miriam 2010-07-03 11:22
Einen Artikel über die Studie lesen Sie auch auf DAZ.online, dem Internetportal der Deutschen Apotheker Zeitung.
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0 # Miriam 2010-07-04 13:21
Auch die Frankfurter Rundschau greift die aktuelle Studie der Forscher um Suchan auf. Der Artikel nimmt Bezug auf eine Studie zu Essstörungen und Immunbiologie, die ein schwedisch-estnisches Forscherteam 2005 publizierte (wir berichteten, September 2005 ).
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