In einer aktuellen Studie untersuchten Forscher des Imperial College (London) das "Phänomen Pro-Ana". Ziel war es, die Bedenken vieler Experten gegenüber dieser Seiten besser einschätzen, sowie vor allem die Funktion und den Nutzen der Seiten für Betroffene besser verstehen zu lernen.
Anhand einer Fragebogenanalyse versuchten die Forscher den "Typus" der Besucher essstörungsverherrlichender Internetseiten zu charakterisieren. Desweiteren untersuchten sie den "gefühlten Nutzen", den Nutzern nach Besuchen essstörungsverherrlichender Internetseiten erleben.
Teilnehmer der Studie, die sich in den Internet-Foren mit anderen Betroffenen austauschten fühlten sich nach dem Besuch essstörungsverherrlichender Internetseiten psychisch gefestigt, innerhalb dieser Gruppe war der Einfluss potentiell gefährdender Inhalte weniger gravierend. Stille Mitleser hingegen werden als besonders anfällig für eine Verschlechterung der Essstörungs-Symptomatik nach Besuch entsprechender Internetseiten eingestuft.
Der autentische und offene Austausch über die eigene Symptomatik wirkt sich auf Besucher, die aktiv in den Foren mitschreiben, positiv aus. Dieser Austausch mit Gleichgesinnten kann Betroffenen dabei helfen, aus der Isolation, die häufig mit einer Essstörung einhergeht, auszubrechen. Diesen Rückhalt erfahren stille Mitleser der Foren hingegen nicht.
Die Autoren der Studie empfehlen, essstörungsverherrlichende Internetseiten nicht rigoros zu schliessen, sondern vielmehr die Selbsthilfe-Aspekte dieser Seiten zu erkennnen und verstehen zu lernen, und diese somit in den Heilungs- und Therapieprozess integrieren zu können.
Csipke E. & Horne O. (2007): Pro-Eating Disorder Websites: Users' Opinions. European Eating Disorders Review, in press
Einen aktuellen Aufruf zur Teilnahme an einer thematisch verwandten Studie der Uniklinik Freiburg finden Sie hier. Lesen Sie auch in unserem Nachrichtenarchiv einen Artikel zum Thema: Selbsthilfe- und Präventionsaspekte von Pro-Ana im Internet.





