"Unser altes Forum wurde leider geschlossen! Sind nun umgezogen! Aufnahme ab 18! Freuen uns über schreibwütige Mitglieder *g* "
Die Foren tragen Namen, die man aus den Bausteinen "broken/lost/dark/... Fairies/Butterflies/Souls/Anas/..." zusammensetzen kann und sind oft kaum zu unterscheiden. Es gibt einen für alle Besucher offenen Bereich, in dem man sich nach der Registrierung für das Forum vorstellen muss ("Wartehalle"). Nach der Freischaltung gelangt man dann in den geschlossenen Bereich, in dem die einzelnen Unterforen (z.B. "Ana", "Mia", "Twins", "Contests") zu finden sind. Die Foren haben meistens nicht mehr als zweistellige Benutzerzahlen.
"Da fragt man sich schon, warum jeder ein eigenes forum aufmacht, wo es doch schon so viele gibt."
Die Harmlosigkeit und gleichzeitig die Gefahr solcher Foren besteht darin, dass es sich dabei eher um "Einsteigerangebote" handelt. Schmetterlinge oder Elfen, ein paar Bilder von zerbrechlichen Geschöpfen, wie man sie auch in jedem Posterladen bekommt, und ein rosa Hintergrund bilden den Rahmen dafür. Man möchte fast glauben, dort würden Pferde-Bildchen oder Gummibärchen-Aufkleber getauscht und nicht (oft nachbearbeitete) Fotos von untergewichtigen Models (Ansporn) oder übergewichtigen Menschen (Abschreckung). Mit dem harten Kern einer Pro-Ana-Szene hat das wenig zu tun. Dort nennt man die Besucher solcher Foren "Wannabes".
Unter welcher Essstörung leidest Du?
| Magersucht | |
| Bulimie | |
| Binge-Eating | |
| Mischform |
In der Tat ist auffallend, dass die üblichen Statistiken der Betroffenenzahlen von einem Verhältnis 1:5 - 1:10 zwischen Magersucht und Bulimie sprechen. Bei einer Umfrage auf unseren Informationsseiten gaben allerdings über 40% der Teilnehmer "Magersucht" und nur 25% "Bulimie" als ihr Krankheitsbild an. Und die wenigsten Pro-Foren firmieren unter Pro-Mia, die überwiegende Anzahl aber als Pro-Ana. Auch wenn es für Angehörige und Außenstehende schwer verständlich ist: Anorexie wird als erstrebenswert erachtet, und in den Pro-Ana-Foren finden sich Menschen, die nicht unbedingt das gleiche Störungsbild, aber das gleiche Ziel haben.
"Das Forum ist der einzige Ort, an dem ich sein kann, wer ich bin und ich alle mag und mich geborgen fühle."
Und die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind: Wie verheimlicht man die Essstörung vor den Eltern und Angehörigen? Wie geht man mit Freßanfällen um? Was tun auf einer Klassenfahrt? Um die Faszination und den Reiz solcher Foren zu verstehen, muss man berücksichtigen, dass viele Betroffene, überspitzt formuliert, zuhause mit Angehörigen zu tun haben, die meinen, ein großzügig geschmiertes Butterbrot wäre die beste Therapie bei einer Essstörung.
Das Pro-Ana-Forum als Selbsthilfe? Genau wie die Essstörung oft eine Ausdrucksform für ein tieferliegendes Problem ist, ist "pro sein" eine Ausdrucksform der Essstörung. Durch Zensur und Verbote wird man dem nicht beikommen können, genausowenig wie man Essstörungen verbieten kann. Die Tatsache, dass Betroffene kommunizieren wollen und das Internet für ihre Kommunikation verwenden, kann man aber auch im positiven Sinn nutzen. Hungrig-Online bietet deswegen Informations- und Kommunikationsangebote im Internet an, die anonym, kostenlos und rund um die Uhr genutzt werden können. In moderierten Diskussionsforen und auf moderierten Mailinglisten können sich Betroffene austauschen und über ihre Probleme reden und sich über Hilfs- und Therapieangebote informieren.






Kommentare
Pro Ana ist die eine Sache. In "pro ana" foren sind aber genauso gut leute mit bulimie oder atypischen essstörungen. desweiteren distanzieren sich die meisten foren auch mehr und mehr von dem ausdruck pro, da damit viel zu oft das glamour teenie gehabe assoziiert wird - dank hochwertiger aufklärung durch die medien. Treffender ist die neuere bezeichnung with. und die trifft es auch.
Der einzige raum wo man so sein kann, weil man die selben probleme hat? Sicher, einerseits ja. Jede essgestörte hat sich mit der Frage ausseinander zu setzen, wie sie das dem Umfeld signalisiert. Aber grade in with foren sind auch immer mehr die aus der ES rauswollen und schritt weise ein gesunderes leben versuchen. Nur es nicht ganz ohne ES schaffen. Bspw. wird versucht sich wirklcih gesünder zu ernähren. Kotzfrei zu bleiben oder AFMfrei zu bleiben. Und das ist find ich mitnichten zu verteufeln. nur dass fast alles gesagt werden darf.
und die größe der foren erklärt sich dadurch, dass es familiär bleiben soll. nicht, damit man sich familiär reinzieht,s ondern weil man sich viel mehr unterstützen kann. man kann sich zbsp wen suchen mit dem man überlegt wie man länger kotzfrei bleiben kann. oder auch in ner gruppe mal strategien überlegen um gesünder zu essen, fitter zu sein, sich wohler zu fühlen. das ist etwas was in kleinen familiären kreisen meist angenehmer und hilfreicher ist, als in großen, sehr anonymen foren.sicher gibts auch solche wie oben beschrieben, aber das sind definitiv nicht alle, wenn nicht eher die minderheit.