Sabine Schmid-Sipka leitet "sowhat", Österreichs größtes ambulantes Beratungs- und Therapiezentrum mit Standorten in Wien. DerStandard.at sprach mit ihr über Plakataktionen, Perfektionismus, Prävention und Pro-Ana.
Plakataktion, wie die von Oliviero Toscanis (Nolita) (siehe Artikel in unserem Nachrichtenarchiv), tragen nach Meinung vieler Selbsthilfeeinrichtungen nicht zur Präventionsarbeit bei. Sie schockieren, klären aber nicht auf. Sie vermitteln kein klares Bekenntniss zur Therapien oder sichtbare Therapieerfolge. Es gehöre zum Krankheitsbildder Anorexia Nervosa, dass sich Betroffene ihre Krankheit nicht eingestehen wollen, sagt Sabine Schmid-Sipka [...]. Das Eingeständnis sei deshalb so schwierig, "weil die betroffenen Frauen den Anspruch haben, alles perfekt zu machen. Hilfe holen würde dem Widersprechen."
Befragt zum Medienphänomen Pro-Ana sagt Schmid-Sipka: Der Einfluss von Ana sei stark [...] fast sektenähnlich. Der Grund: Die betroffenen Frauen fühlen sich bestätigt, man findet Gleichgesinnte, eine "Familie".
Prävention und Aufklärung über Essstörungen sollte so früh wie möglich beginnen, "sowhat" startete daher auch im Herbst letzten Jahres (sie Artikel in unserem Archiv) das Schulprojekt PEC (Peer-Ernährungs-Coaches). 14- und 15-Jährige werden in der Selbstwahrnehmung ihres eigenen Ernährungsverhaltens geschult und erhalten Basiswissen zu Ernährung. So wird in den Klassen Bewusstsein für Ernährung, den eigenen Körper geschaffen. Schmid-Sipka: "Die ersten Coaches wurden bereits ausgebildet, die Nachfrage ist groß."





