Essstörungen und Model-Casting, Pro-Ana und ein BMI-TÜV für Models waren die beherrschenden Essstörungs-Themen 2006.
Am 1. Januar 2006 hat unser Verein Hungrig-Online e.V. das erste von bisher insgesamt 10 Fördermitgliedern aufgenommen. Wer Fördermitglied werden und uns damit unterstützen will, kann sich hier informieren.
Im Januar und Februar bewegte die Model-Show "Deutschland sucht das Supermodel", "Gute Models, schlechte Models", "Models am Mittag" oder wie auch immer das Ding hieß, die Gemüter und am Ende auch die Ärtzezeitung. Für die Quote ist jede Berichterstattung gute Berichterstattung, das lernt man wohl gleich ganz am Anfang jedes Praktikums bei ProSieben. Auch Hungrig-Online gab eine Pressemtteilung raus.
Überhaupt war das Thema "Essstörungen bei Models" das beherrschende (Essstörungs-)Thema des Jahres 2006. Magersucht.de war ganz früh dabei mit einer Kampagne für mehr Verantwortung in der Mode-Branche. Schade, dass es nicht mehr Resonanz dazu gab.
Pro-Ana-Seiten, bei Hungrig-Online mehr oder weniger konsequent als "magersuchtsverherrlichende Seiten" umschrieben, um ahnungslosen Internetsurfern keine Suchanfragen an die Hand zu liefern, waren auch in diesem Jahr ein weiteres Thema. Wir bemühen uns um einen ausgewogenen Umgang und Aufklärungsarbeit und haben es damit immerhin in die Wikipedia geschafft. Und weil wir uns inzwischen als kompetenter Ansprechpartner auf dem Gebiet etabliert haben, nimmt unsere Pressereferentin mit einiger Regelmäßigkeit Presseanfragen entgegen, in deren Verlauf wir weiter über das Thema aufklären können.
Ob Orthorexie jetzt eine Modediagnose, manifester Blödsinn oder eine richtige Essstörung ist, konnte auch 2006 nicht erschöpfend geklärt werden.
Im September ging es dann richtig los: Die Bezirksregierung von Madrid beschließt einen BMI-TÜV für Models, der Heiterkeit in Paris auslöst, aber in Mailand auf Nachahmer stößt und auf tragische Weise Nachdruck erhält. Die Diskussion hält bis heute an.
Die Heilungschancen bei Magersucht sind laut einer schwedischen Studie gestiegen. Laut der Studie liegt das daran, dass schwedische Mediziner inzwischen besser mit akuter Unterernährung umgehen können.
Aufklärung und das Aufzeigen von Behandlungsmöglichkeiten werden aber auch kaum schaden, und deshalb werden wir bei Hungrig-Online auch 2007 mit unserer Arbeit weitermachen. Vielen Dank an Miriam und das Redaktionsteam, an die Moderatoren unserer Kommunikationsangebote und alle ehrenamtlichen Mitarbeiter unseres Vereins, an alle, die uns 2006 unterstützt haben, mit ihrer Zeit, ihrer Spende, ihrer Fördermitgliedschaft oder einfach einem netten Wort, vielen Dank an alle, die ihre Sorgen und Nöte mit anderen Nutzern unserer Angebote geteilt haben, die sich und anderen Mut gemacht haben und über ihre Erfolge berichtet habe und die uns immer wieder motiviert haben, weiterzumachen. Wir wünschen Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Glück und alles Gute.





