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Klick-and-go-Umfrage auf unseren Informationsseiten

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Seit dem 22. Juli 2008 befindet sich auf unseren Informationsseiten eine Klick-and-go-Umfrage zum Thema „Leidensdauer“ mit der Frage, nach wie vielen Jahren der Essstörung zum ersten Mal fachliche Hilfe in Anspruch genommen wurde. Mit über 1.000 Beteiligungen sind die Ergebnisse relativ aussagekräftig.



Nehmen über 50 % der Magersucht-Patienten innerhalb der ersten 2 Jahre ihrer Essstörung bereits professionelle Hilfe in Anspruch, so sind es bei Bulimie-Patienten gerade mal 26 %, bei Binge-Eating-Patienten 18 % und bei Adipositas-Patienten 9 %.
Traurige Wahrheit ist, dass 43 % der Bulimie-Patienten, 52 % der Binge-Eating-Patienten und 82 % der Adipositas-Patienten erst nach über 5 Jahren des Leidens professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Einen großen Anteil daran sehe ich in der Fokussierung der Öffentlichkeit auf das Krankheitsbild der Magersucht. Gilt die Magersucht aufgrund des teilweise lebensbedrohlichen Untergewichts zwar zunächst als gefährlichste aller Essstörungen, so manifestieren sich die anderen Essstörungen aber über einen wesentlich längeren Zeitraum, ehe es zu einer Erstversorgung kommt. Dabei sind das psychische Leiden und die Langzeitfolgen bei allen Essstörungen beträchtlich und können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.
Magersüchtige Patienten sind meist stark untergewichtig, sie werden aufgrund dieser allgemein bekannten Symptomatik eventuell häufiger auf ihre Essstörung angesprochen, und bekommen Hilfe angeboten bzw. professionelle Unterstützung nahegelegt, als Patienten, die unter einer anderen Form der Essstörung leiden. Dies könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, warum sich magersüchtige Patienten im Vergleich zu allen anderen Essgestörten generell frühzeitiger in professionelle Behandlung begeben.

Denn um sich selber aktiv professionelle Hilfe zu suchen muss meist eine große Hemmschwelle überwunden werden. Genau an diesem Punkt setzt Hungrig-Online e. V. mit den bereitgestellten niederschwelligen Kommunikationsangeboten an. Wir hoffen auf diese Weise dazu beitragen zu können, die Leidensdauer aller Betroffenen zu verkürzen.
Dennoch denke ich nicht, dass allein die Tatsache, dass magersüchtige Patienten eher auf ihre Essstörung angesprochen werden, der einzige Faktor für die Umfrageergebnisse ist. Um wirklich eine Heilung der Essstörung in Gang zu setzen, ist das Selbsteingeständnis an einer Essstörung zu leiden unabdingbar. Hier könnte ein weiterführender Aspekt sein, dass magersüchtige Patienten zeitlich gesehen schneller an ihre Leistungsgrenze gelangen. Durch das erhebliche Untergewicht, sind die körperlichen Folgen wie Schwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Kreislaufbeschwerden etc., irgendwann nicht mehr zu verleugnen.

Wir würden uns wünschen, dass Öffentlichkeits- und Präventionskampagnen neben der Magersucht auch ein größeres Augenmerk auf die anderen Formen der Essstörungen legen, und die Risiken aller Essstörungen ernstnimmt. Wünschenswert wäre es, verstärkt über die Symptomatik aufzuklären, so dass Essstörungen frühzeitig erkannt werden können. Denn: Je früher sich betroffene Patienten in professionelle Behandlung begeben, desto größer sind die Chancen aus der Krankheit herauszufinden! Wir hoffen, mit unseren Informationsseiten zur Essstörungsthematik einen aktiven Beitrag zur Prävention sowie Aufklärung der Öffentlichkeit zu leisten.



Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 16. April 2010 um 21:39 Uhr  


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  • @ sähra: Sowas ist nicht ganz ungewöhnlich. viele ... mehr...
  • @ lara: eine magersucht hast du wenn du dir die ga... mehr...
  • Ich finde jeder sollte sich wohl fühlen können. Ic... mehr...