| Abführmittel |
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| Adipositas |
Adipositas ist eine chronische Krankheit und kann auch bezeichnet werden als Obesitas (engl. obesity) oder Fettleibigkeit. Vom Normalgewicht wird um mehr als 20% (oder Body-Mass-Index größer als 30) abgewichen, wobei sich die Körpermasse durch Zunahme des Depotfetts vergrößert.
Am verbreitetsten ist die Adipositas infolge von Überernährung und Bewegungsmangel. Zugrunde liegt der Adipositas vermutlich eine erbliche Veranlagung. Nach heutiger Auffassung besteht das Wesen der Adipositas in einer Störung des normalen Hunger-Sättigungsrelationsmechanismus, der zu einer positiven Energiebilanz führt: Es wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, und die überschüssige Energie wird in Form von Fett im Gewebe gespeichert.
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| Alkalose |
Das Blut hat normalerweise einen Säurewert (pH) von ca. 7,4. Ist der Wert kleiner, spricht man von Azidose, ist er größer, von Alkalose (d.h. also verminderter Säuregehalt). Der Körper hat mehrere Möglichkeiten, diesen Wert konstant zu halten: Bestimmte "Puffersysteme" im Blut, Atmung und Nieren.
Eine Alkalose kann vor allem hervorgerufen werden durch:
- zu schnelles Atmen (mit Zittern, Krämpfen und Schwindelgefühl)
- häufiges Erbrechen
- bestimmte Stoffwechselerkrankungen (z.B. Cushing Syndrom)
- bestimmte Medikamente (z.B. Cortison, manche Diuretika, häufige Einnahme mancher Antazida)
- Zufuhr extrem hoher Mengen an Milch (sog. Milch-Alkali-Syndrom mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel)
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| Amenorrhoe |
Amenorrhoe ist der Fachbegriff für das Ausbleiben der Regelblutung. Als primäre Amenorrhoe wird das Ausbleiben der Monatsblutung bei jungen Frauen nach dem 15. Lebensjahr bezeichnet, wenn sie zuvor noch keine Blutung gehabt haben.
Bei Frauen, die bereits Monatsblutungen hatten wird ein plötzliches Aussetzen der Regelblutung als sekundäre Amenorrhoe bezeichnet.
Als krankhafte Störung wird das aber erst angesehen, wenn die Blutung mehr als drei Monate ausbleibt. Die Gründe für das Ausbleiben können sehr vielfältig sein.
Fast immer sind Hormonstörungen der Grund, die z. B. ausgelöst werden können durch starkes Untergewicht (Magersucht), Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebennieren, oder - in seltenen Fällen - auch durch anatomische Besonderheiten.
Nach einer jahrelangen Einnahme der Pille kann nach dem Absetzen eines hochdosierten Präparates die Regel monatelang ausbleiben, bis sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat.
Weitere Informationen zu Thema lesen Sie in einem Artikel auf unseren Infoseiten.
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| Anorexia nervosa |
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| Anti-Suizid-Vertrag |
Ein Anti-Suizid-Vertrag ist ein Therapieelement aus der Verhaltenstherapie.
In akut suizidalen Phasen depressiver Patienten kann es für den Patienten hilfreich sein, einen Anti-Suizid-Vertrag aufzusetzen. In einem solchen Vertrag wird großer Wert auf die Selbstverantwortlichkeit des Patienten gelegt. So sichert der Patient zu, gut für sich zu sorgen und impulsive Handlungen auszulassen. Er verspricht, sich bei konkreten Suizidgedanken unmittelbar Hilfe zu suchen. Entweder, indem er sich an seinen Therapeut wendet oder eine Beratungsstelle, Psychiatrie oder Klinik kontaktiert.
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| Antidepressiva (tetrazyklische) |
Tetrazyklische Antidepressiva sind eine Weiterentwicklung der trizyklischen Antidepressiva. Sie wirken vor allem zu Beginn der Behandlung psychomotorisch dämpfend und anxiolytisch und sind ansonsten in ihrer Wirkung den trizyklischen Antidepressiva ähnlich. Sie hemmen ebenfalls die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin und sind genauso wirksam wie trizyklische Antidepressiva, haben aber weniger Nebenwirkungen.
Zu den tetrazyklischen Antidepressiva gehören Maprotilin (z.B. Ludiomil®) und Mianserin (z.B. Tolvin®).
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| Antidepressiva (trizyklische) |
Trizyklische Antidepressiva gehören zu den ältesten Antidepressiva. Sie sind nach ihrer chemischen Struktur benannt, die drei Kohlenstoffringe enthält. Trizyklische Antidepressiva hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin sowie von Noradrenalin. Sie wirken stimmungsaufhellend und anxiolytisch (angstlösend). Trizyklische Antidepressiva können je nach Substanz antriebssteigernd wirken oder auch eine sedierende Wirkung haben.
Trizyklische Antidepressiva unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen nicht von modernen Antidepressiva. Sie haben allerdings im Vergleich zu neueren Substanzen relativ viele Nebenwirkungen, die häufiger zu einem vorzeitigen Therapieabbruch führen. Vor allem zu Beginn der Therapie kann es zu Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen kommen. Zu den vegetativen Nebenwirkungen, die häufig beobachtet werden, gehören Mundtrockenheit, Obstipation (Verstopfung), Akkomodationsstörungen (Akkomodation ist die Anpassung der Augenlinse an verschiede Entfernungen), Miktionsstörungen (Probleme beim Harnlassen), Glaukomanfall (Anstieg des Augeninnendrucks), Sinustachykardie (Herzrasen), Schwindel und Sedierung. Trizyklische Antidepressiva können wie alle Psychopharmaka, insbesondere diejenigen, mit sedierender Wirkung, zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Im Zweifelsfall sollte man mit seinem Arzt sprechen.
Trotz der hohen Anzahl von Nebenwirkungen kann der Einsatz von trizyklischen Antidepressiva sinnvoll sein. Die sedierende Wirkung kann bei einer agitierten Depression (einer Depression, die von Angst, Unruhe und Rastlosigkeit begleitet ist) erwünscht sein. Auch bei Suizidalität wird wegen der beruhigenden Wirkung in der Anfangsphase häufig ein trizyklisches Antidepressivum gegeben.
Trimipramin (z.B. Stangyl®) wird gerne bei Schlafstörungen verschrieben. Die meisten Antidepressiva und alle gängigen Schlafmittel verändern die normale Schlafstruktur, indem sie den REM-Schlaf unterdrücken. Unterdrückung des REM-Schlafs führt in der Folge zu einer Erhöhung von REM-Anteilen, dem so genannten „REM-Rebound“. Das wird subjektiv als gestörter Schlaf empfunden. Trimipramin unterdrückt den REM-Schlaf nicht, sondern führt nach wenigen Wochen zu einer Normalisierung der Schlafarchitektur. Ein weiterer Vorteil gegenüber Schlafmitteln vom Benzodiazepin-Typ ist, dass Trimipramin nicht abhängig macht.
Zu den trizyklischen Antidepressiva gehören: Amitriptylin
(z.B. Saroten®, Tryptizol®), Clomipramin (z.B. Anafranil®),
Desipramin (z.B. Pertofran®), Doxepin (z.B. Sinequan®,Aponal®),
Imipramin (z.B. Tofranil®), Nortriptylin (z.B. Nortrilen®),
Trimipramin (z.B. Stangyl®) und Opipramol (z.B.Insidon®).
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| Antidepressiva allgemein |
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| Ärztlicher Psychotherapeut |
Ein Ärztlicher Psychotherapeut hat ein abgeschlossenes Medizinstudium und eine zusätzliche psychotherapeutische Ausbildung.
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| Atementspannung |
Was ist Atementspannung? Die Atementspannung ist eine Entspannungstechnik, bei der durch bewusstes Atmen der körperliche und seelische Stress reduziert werden soll.
Wie funktioniert diese Methode? Wenn wir unter Stress stehen, wenn wir angespannt sind, uns ängstigen oder sorgen, wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt: Wir atmen schneller, flacher und oben in der Brust, statt in den Bauch; diverse Muskeln werden angespannt; Hormone (wie beispielsweise Adrenalin) werden ausgeschüttet; der Puls und der Blutdruck steigen an; Zuckerreserven und Fettstoffe werden freigegeben. Die Gedanken beginnen zu kreisen und wir haben das Gefühl, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können. Dieser Alarmzustand ist zwar in brenzligen Situationen hilfreich, weil wir dadurch Kampf- und Fluchtbereit werden. In Alltagssituationen allerdings wünschen wir uns oft, ruhiger und gelassener reagieren zu können. Hierbei hilft die Atementspannung, denn durch die Beruhigung des Atems, werden auch die anderen Körperfunktionen wieder beruhigt: Die Muskeln entspannen sich; das hormonale Gleichgewicht wird wiederhergestellt; der Blutdruck normalisiert sich und der Puls sinkt. Wir werden gelassener, spüren Ruhe in uns und bringen Ordnung in unser Bewusstsein.
Für wen eignet sie sich? Tendenziell eignet sich die Atementspannung für jeden (sollte es dennoch zu einem Unbehagen kommen, beispielsweise weil einem das tiefe Atmen bei Kreislaufschwierigkeiten Probleme bereitet, so sollte die Übung abgebrochen werden. Gegebenenfalls kann die Übung zu einem anderen Zeitpunkt erneut versucht werden). Besonders hervorzuheben ist, dass diese Methode - aufgrund der Kürze der Übungen - auch besonders gut geeignet ist für Menschen, die nur wenig Zeitpuffer in ihrer Tagesplanung haben.
Beispiel einer Atemübung: Hier folgt eine Anleitung für eine Atementspannung, die nur etwa zehn Minuten Zeit in Anspruch nimmt und dabei in Ihrer Wirkung sehr effektiv ist.
Einleitung: - Nehmen Sie eine entspannende Sitzposition ein.
Im Sitzen: Setzen Sie sich auf einen Stuhl mit fester Sitzfläche und stellen Sie die Füße feste auf den Boden auf. Der untere Teil des Rückens sollte die Rückenlehne berühren, der obere Teil des Rückens sollte frei bleiben. Die Schultern sollten lose herunter hängen. Der Kopf sollte mit möglichst geringem Muskelaufwand entspannt auf dem Hals stützen. Die Hände können lose auf den Oberschenkeln oder im Schoß platziert werden. Im Liegen: Kopf und Nacken sollten durch ein Kissen leicht gestützt werden, die Hände sollten entspannt neben dem Körper oder auf dem Bauch liegen. - Schließen Sie nun Ihre Augen.
Atementspannung:- Atmen Sie sechs Mal tief ein und aus.
Atmen Sie hierbei durch die Nase ein und lassen Sie sich in das Ausatmen hineinfallen. Am Besten gelingt dies, wenn Sie das Ausatmen mit einem kleinen Seufzer begleiten. - Nun den Atem bitte nicht mehr beeinflussen, sondern frei fließen lassen.
Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nase. Nehmen Sie für zehn Atemzüge gezielt wahr, wie die Luft durch die Nasenlöcher hineingesogen wird. Konzentrieren Sie sich nun auf Ihren Bauch. Nehmen Sie für weitere zehn Atemzüge wahr, wie Ihr Bauch sich vor und zurück wölbt, bzw. sich hebt und senkt. Idealerweise können Sie sich nun für zehn Atemzüge auf Ihre Nase und Ihren Bauch gleichzeitig konzentrieren. Sollte Ihnen dies nicht gelingen, entscheiden Sie sich für die Nase oder den Bauch - Je nachdem, was Ihnen angenehmer ist. - Nehmen Sie die entspannende Wirkung des kurzen Verharrens nach dem Ausatmen wahr.
Ausklingen lassen:- Konzentrieren Sie sich auf Ihre Hände.
Spüren Sie, wie Ihre Hände schwer und warm werden. - Konzentrieren Sie sich nun auf Ihre Füße.
Nehmen Sie wahr, wie auch Ihre Füße schwer und warm werden. - Strecken Sie sich genüsslich, gähnen sie, reiben Sie sich das Gesicht und öffnen Sie langsam wieder Ihre Augen.
- Gehen Sie nun Ihrer gewohnten Tätigkeit weiter nach.
Atementspannung im Alltag?Ein simpler Trainingseffekt sorgt dafür, dass je häufiger die Übungen durchgeführt werden, desto positiver auch deren Auswirkungen sind. Schnell ist es möglich, die Atementspannung gut in den Alltag zu integrieren (im Büro, im Stau, in der Bahn, in der Warteschlange vor der Kasse im Supermarkt...) und zudem, sie in stressigen Situationen zur gezielten Stressreduktion einzusetzen.
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| Autogenes Training |
Das autogene Training, ist ein von dem Neurologen Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) entwickeltes Verfahren, mit dem man sich selbst (autogen) in einen hypnoiden Zustand versetzen kann.
Der Klient lernt, sich durch eine Reihe von Eigensuggestionen in einen Entspannungszustand zu begeben. Die mit der Dauer des Trainings beständig verbesserte Körperwahrnehmung ermöglicht eine immer schnellere Umschaltung in einen Zustand der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei regelmäßigem Training erreicht der Übende nach einiger Zeit eine über die Dauer des Trainings hinaus anhaltende psychophysische Grundeinstellung der Gelassenheit, die das eigentliche Ziel des autogenen Trainings darstellt und sowohl das körperliche wie psychische Wohlbefinden steigert und stabilisiert.
Die Übungen des autogenen Trainings werden nacheinander erlernt. Die jeweils nächste Stufe wird erst dann in Angriff genommen, wenn der Klient die davorgehende beherrscht.
Zu Beginn eines Trainings soll er eine "Ruhetönung" erreichen, d.h. einen ruhigen und entspannten Zustand. Die erste Übung (Schwereübung) führt zu einer Entspannung der Skelettmuskulatur, die als subjektive „Schwere“ erlebt wird. Mit der Formel „Der Arm ist schwer“ (später „Der Körper ist schwer“) leitet man die muskuläre Entspannung ein. Neben dem Erleben der Schwere kommt es häufig schon zu Wärmeempfindungen, die in der zweiten Übung intensiviert werden („Die Hand ist warm“ später „Der Körper ist warm“). Die Wärme wird durch eine Entspannung und damit Weitstellung der Blutgefäße erreicht. In der darauf folgenden Herzübung lernt der Klient seinen Herzschlag zu beobachten („Das Herz schlägt gleichmäßig und ruhig“). In der Atemübung („Der Atem ist ganz ruhig“) geht es zunächst um die Beobachtung des eigenen Atemrhythmus´. Als 5. Stufe erfolgt die Leibübung, auch Sonnengeflechtsübung genannt, in der es um die Entspannung im Bauchbereich geht. Die Formel dazu heißt „Sonnengeflecht strömend warm“. Die letzte der klassischen Übungen ist die Kopfübung, hier wird die Stirn als angenehm kühl vorgestellt („Stirn angenehm kühl“).
Das autogene Training ist relativ leicht zu erlernen und hat schon nach kurzer Übungszeit eine Erholungsfunktion, wodurch es sich für alle eignet, die ganz einfach abschalten und entspannen wollen.
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| Benzodiazepine |
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| Bewegungstherapie |
Die Bewegungstherapie ist eine körperorientierte, psychotherapeutische Methode, die Wahrnehmung und Bewegung als Grundlage von Erfahrung, Fühlen und Handeln nutzt.
Diese Art der Therapie wird sowohl einzeln als auch in Gruppen angewandt. Es geht primär um die Körper- und Bewegungserfahrung im Hier und Jetzt, vor dem Hintergrund der persönlichen Lebens- und Lerngeschichte. Mit jeder Belebung des Wahrnehmens wird gleichzeitig eine innere Bewegung ausgelöst. Gesunde Anteile und Schwierigkeiten und Hürden werden auf diese Weise über die Bewegung erlebbar und spürbar und können in ihrer Bedeutung erkannt und verstanden werden.
Inhalte der Bewegungstherapie sind vor allem Körpererfahrungen, diese geschehen durch das sich Bewegen und sich Erfahren alleine, mit Hilfe von Gegenständen und/oder durch das Interagieren mit Partnern.
Konkrete Inhalte sind z.B.:
- Vertrauenserfahrungen mit Partnern oder in der Gruppe
- tänzerische/gymnastische Bewegungsabläufe
- Körpererfahrung im Wasser
- körperliche Grenzen erfahren durch sportliche Betätigung, etc.
Durch das sich Bewegen kommt es zum sich Wahrnehmen, den Körper und die Seele als eine Einheit zu betrachten. Nach dem Erlebten wird in einem reflexiven Gespräch das Erlebte und Gefühlte besprochen, dabei wird auf eine differenziertere Wahrnehmung, klarere Unterscheidung von funktionalen und dysfunktionalen Verhaltensmustern und darauf aufbauende Veränderung und Entwicklung hingearbeitet.
Durch die differenzierte Wahrnehmung können eigene Einstellungen und eigenes Verhalten zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Situationen und im Umgang mit verschiedenen Gegenständen und Partnern erprobt und verglichen werden. Fixierte Haltungen und Fehlerwartungen an sich selbst, den eigenen Körper und auch an andere können durch das Erproben neuer Wege (neue Denkweisen, Denkweisen anderer, neue Erfahrungen etc.) erkannt und verändert werden. Die Fähigkeit zu wählen und zu entscheiden wird wiedergewonnen und weiterentwickelt.
Der große Unterschied zu anderen psychotherapeutischen Verfahren ist vor allem, dass das Körperliche (und nicht die Theorie) die Grundlage und das Beziehungsfeld für individuell-eigengesetzliche, physische, psychische und psychosomatische Abläufe bildet.
Dadurch werden die Inhalte erfahrbar und vor allem beGREIFbar und können somit besser bearbeitet werden. Dabei kann die Auseinandersetzung mit der Körpererfahrung direkt der Auslöser sein, aber auch die verbale Interpretation der Inhalte, die aus bewusster und unbewusster Lebensgeschichte aufgetaucht sind. Auf beiden Wegen können sich Veränderungen im Sinne einer Persönlichkeitsentwicklung entfalten.
Es ist darauf zu achten, dass die Bewegung nicht unbedingt im sportlichen Sinn betrachtet wird, und es dabei nicht um Gewichtsverlust, sondern die Körper- und Bewegungserfahrung geht.
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| Binge-Eating-Disorder (BED) |
Der Begriff der "Binge-Eating-Disorder" wurde erstmals 1959 geprägt. Als eigenständige Diagnose gibt es ihn in den USA erst seit 1994.
"Binge-Eating" lässt sich am einfachsten mit dem Wort "Essattacke" übersetzen.
Die BED gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln.
Dabei können sie nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen. Der ganze Kühlschrank wird in einem Anfall von Heißhunger quasi leer gegessen.
Die BED betrifft etwa 2% der Bevölkerung und ist damit die häufigste Essstörung. Unter den Übergewichtigen leiden ca. 5 % an der BED. Anders als bei der Magersucht oder der Bulimie sind von der BED auch viele Männer betroffen, und zwar etwa 35% der Patienten.
Eine BED liegt dann vor, wenn wenigstens an zwei Tagen in der Woche Essattacken (Binge-Eating) auftreten und dies über einen Zeitraum von sechs Monaten. Eine Essattacke ist dadurch definiert, dass innerhalb von Minuten bis zwei Stunden ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln konsumiert werden. Dabei können die Betroffenen nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen.
Außerdem müssen wenigstens drei der folgenden Punkte zu treffen:
- Besonders schnelles Essen.
- Essen bis ein unangenehmes Völlegefühl einsetzt.
- Essen, ohne hungrig zu sein.
- Aufgrund von Gefühlen der Schuld, Scham oder Peinlichkeit wird allein gegessen.
- Nach der Essattacke treten Gefühle von Ekel, Schuld oder Depressionen auf.
- Die Essattacken werden als belastend empfunden.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung zur Bulimie, der sogenannten "Fress- , Brechsucht". Bei dieser Essstörung treten ebenfalls Essattacken auf, an Bulimie Erkrankte versuchen aber typischerweise durch drastische Maßnahmen zu verhindern, dass die aufgenommene Nahrungsmenge zu einer Gewichtszunahme führt.
Niemand weiß genau, wodurch die BED letztendlich verursacht wird. Es ist aber bekannt, dass etwa die Hälfte der Betroffenen in der Vergangenheit einmal depressiv gewesen sind. Ob eine Depression die BED erzeugt oder vielleicht die BED Teil einer Depression ist, ist nicht bekannt.
Die Patienten berichten oft, dass Gefühle von Ärger, Frustration oder Langeweile zu einer Essattacke führen. Es wird vermutet, dass unangenehme Empfindungen durch den Essvorgang auf angenehme Empfindungen umgelenkt werden. Essen ist dabei ein Symbol für Liebe und Geborgenheit. Dies lernt wahrscheinlich bereits das neugeborene Kind, wenn es die ersten Glücksgefühle beim Stillen erfährt. Später wird das Kind mit Süßigkeiten getröstet, wenn es enttäuscht worden ist.
Studien haben ergeben, dass Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten manchmal unfähig sind, Hunger von anderen unbehaglichen Gefühlszuständen zu unterscheiden. Auch mögliche Zusammenhänge zwischen Diätversuchen und Essattacken sind noch ungeklärt. Die Wissenschaft versucht zu erforschen, wie Botenstoffe im Gehirn von der BED beeinflusst werden, aber diese Untersuchungen sind noch in Anfangsstadien.
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