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In dieser Enzyklopädie werden Fachbegriffe zu Essstörungen, Ernährung und Therapie erläutert.

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Begriff Definition
Abführmittel

siehe Laxantien

Adipositas

Adipositas ist eine chronische Krankheit und kann auch bezeichnet werden als Obesitas (engl. obesity) oder Fettleibigkeit. Vom Normalgewicht wird um mehr als 20% (oder Body-Mass-Index größer als 30) abgewichen, wobei sich die Körpermasse durch Zunahme des Depotfetts vergrößert.

Am verbreitetsten ist die Adipositas infolge von Überernährung und Bewegungsmangel. Zugrunde liegt der Adipositas vermutlich eine erbliche Veranlagung. Nach heutiger Auffassung besteht das Wesen der Adipositas in einer Störung des normalen Hunger-Sättigungsrelationsmechanismus, der zu einer positiven Energiebilanz führt: Es wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, und die überschüssige Energie wird in Form von Fett im Gewebe gespeichert.

Alexander-Technik

"Diese ganze Arbeit ist ein Experiment im Herausfinden, was Denken ist. Wenn ein Mensch von falscher zu richtiger Haltung gelangen will, muss er eine Veränderung zulassen."
Frederick Matthias Alexander

Die Alexander-Technik ist eine Körpertherapie/-schulung. Mit normalen Alltagsaktivitäten wie Stehen, Sitzen oder Liegen, wird versucht die Gewohnheiten der Bewegungen zu erkennen und neue Bewegungsabläufe zu erkennen. Im Fokus der Schulung ist das balancieren des Kopfes und des Kopfgelenkes. Das Ziel in einer solchen Unterrichtsstunde ist, dass der Schüler die Kontrolle über seine Bewegungsabläufe erkennt und selber korrigieren kann.

Mit der Alexander-Technik können gestörte Bewegungsabläufe (Bsp. nach einem Unfall) oder starke einseitige Belastung (Sitzende Tätigkeit im Job) ausbalanciert werden.

Alkalose

Das Blut hat normalerweise einen Säurewert (pH) von ca. 7,4. Ist der Wert kleiner, spricht man von Azidose, ist er größer, von Alkalose (d.h. also verminderter Säuregehalt). Der Körper hat mehrere Möglichkeiten, diesen Wert konstant zu halten: Bestimmte "Puffersysteme" im Blut, Atmung und Nieren.

Eine Alkalose kann vor allem hervorgerufen werden durch:

  • zu schnelles Atmen (mit Zittern, Krämpfen und Schwindelgefühl)
  • häufiges Erbrechen
  • bestimmte Stoffwechselerkrankungen (z.B. Cushing Syndrom)
  • bestimmte Medikamente (z.B. Cortison, manche Diuretika, häufige Einnahme mancher Antazida)
  • Zufuhr extrem hoher Mengen an Milch (sog. Milch-Alkali-Syndrom mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel)
Amenorrhoe

Amenorrhoe ist der Fachbegriff für das Ausbleiben der Regelblutung. Als primäre Amenorrhoe wird das Ausbleiben der Monatsblutung bei jungen Frauen nach dem 15. Lebensjahr bezeichnet, wenn sie zuvor noch keine Blutung gehabt haben.
Bei Frauen, die bereits Monatsblutungen hatten wird ein plötzliches Aussetzen der Regelblutung als sekundäre Amenorrhoe bezeichnet.

Als krankhafte Störung wird das aber erst angesehen, wenn die Blutung mehr als drei Monate ausbleibt. Die Gründe für das Ausbleiben können sehr vielfältig sein.

Fast immer sind Hormonstörungen der Grund, die z. B. ausgelöst werden können durch starkes Untergewicht (Magersucht), Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebennieren, oder - in seltenen Fällen - auch durch anatomische Besonderheiten.

Nach einer jahrelangen Einnahme der Pille kann nach dem Absetzen eines hochdosierten Präparates die Regel monatelang ausbleiben, bis sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat.


Weitere Informationen zu Thema lesen Sie in einem Artikel auf unseren Infoseiten.

Angst

Angst gehört zu unserer "Grundausstattung" an Gefühlen. Sie zeigt sich als Besorgnis und unlustbetonte Erregung in als bedrohlich empfundenen Situationen.

Eine wichtige Funktion von Angst ist, uns in einen Alarmzustand zu versetzen, um unser (Über-) Leben zu sichern. Völlige "Angstfreiheit" ist also keineswegs erstrebenswert, da wir dann auf Gefahren nicht mehr mit der notwendigen Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft reagieren könnten.

Was passiert im Körper, wenn wir Angst haben?

Die körperlichen Symptome der Angst sind normale (also nicht krankhafte) physiologische Reaktionen, die im Extremfall das Überleben sichern sollen. Das Gehirn veranlasst die schlagartige Freisetzung von Adrenalin, das den Herzschlag, den Muskeltonus und die Atmungsfrequenz erhöht:

  • Die Aufmerksamkeit steigt, Pupillen weiten sich, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher
  • Muskelanspannung und Reaktionsgeschwindigkeit steigen an
  • Herzfrequenz und Blutdruck sind erhöht
  • Die Atmung wird flacher und schneller
  • Der Körper beginnt vermehrt zu schwitzen und zu zittern
  • Blasen-, Darm- und Magentätigkeit werden gehemmt
  • Schwindel, Übelkeit und Atemnot können auftreten

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung, ob Angst berechtigt ist oder nicht. Berechtigt ist Angst immer dann, wenn es einen objektiven Grund gibt, weswegen wir Angst entwickeln. Sind die Ängste weitgehend unbegründet und treten andauernde Kontrollverluste auf, spricht man von einer Angststörung. Doch auch Menschen ohne Angststörung erleben Angst fast immer als Stress und Belastung.

Was macht eine Angststörung aus?

Menschen mit einer Angststörung tendieren dazu, sich in ihren Ängsten übermäßig selbst zu bestärken. Sie suchen regelrecht nach Bestätigung ihrer Befürchtungen. Fast alle Ereignisse bestätigen die (scheinbare) Richtigkeit der Angsterwartung. Die Betroffenen begeben sich in eine Vermeidungshaltung, welche die Ängste jedoch weiter fördert. Hilfreiche Erfahrung, wie Ängste bewältigt werden können, bleiben aus.

Bei solchen dauerhaften Ängsten verliert die Angst ihre Schutzfunktion. Stattdessen werden durch den andauernden Stress zusätzlich stoffwechselanregende Hormone (wie Cortisol) von der Nebennierenrinde gebildet. Diese Hormone können langfristig zu Schäden oder zum Zusammenbruch des gesamten Organismus führen.

Welche Arten von Ängsten und Angststörungen gibt es?

  • Psychosomatische Ängste
    Wenn Menschen mit hoher Angst- bzw. Erregungsbereitschaft nicht gelernt haben, sich selbst zu beruhigen, können auch schon leichtere Reize Angst auslösen. Dafür genügen mitunter bereits Hungergefühle (!) oder kleinere Infekte. Bei Essgestörten findet man z. B. häufig übersteigerte Ängste, zu dick zu sein/zu werden oder nicht attraktiv/leistungsfähig, liebenswert etc. zu sein.

  • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
    Ängste im Rahmen einer PTBS werden durch ein Ereignis ausgelöst, das bei den meisten Menschen Angst erzeugen würde (Naturkatastrophen, Verkehrsunfälle, Entführungen, Misshandlungen), allerdings können diese Ängste nicht überwunden werden und bestimmen den Alltag der Betroffenen. Unter Umständen bleibt der Ursprung der Angst auch verborgen, etwa wenn der auslösende Reiz zufällig an ein anderes Angstereignis gekoppelt ist und man sich im Nachhinein nicht erinnern kann.

  • Phobien
    Sind die Ängste an ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation gebunden, so spricht man von Phobie. Dazu zählen unter anderem Tierphobien (Spinnen, Ratten, etc.), die Höhenangst (Akrophobie), die Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) oder die Platzangst (Agoraphobie). Einige Phobien können auch eine körperliche Grundlage haben, z. B. die Blut- oder Spritzenphobie.

  • Ängste als Begleiterscheinungen körperlicher Erkrankungen
    Nicht zuletzt können auch Medikamente oder körperliche Erkrankungen Ängste auslösen (z. B. Überfunktion der Schilddrüse, Unterzuckerung oder Absetzen von Beruhigungsmitteln).

Anorexia nervosa

siehe "Magersucht".

Anti-Suizid-Vertrag

Ein Anti-Suizid-Vertrag ist ein Therapieelement aus der Verhaltenstherapie.

In akut suizidalen Phasen depressiver Patienten kann es für den Patienten hilfreich sein, einen Anti-Suizid-Vertrag aufzusetzen. In einem solchen Vertrag wird großer Wert auf die Selbstverantwortlichkeit des Patienten gelegt. So sichert der Patient zu, gut für sich zu sorgen und impulsive Handlungen auszulassen. Er verspricht, sich bei konkreten Suizidgedanken unmittelbar Hilfe zu suchen. Entweder, indem er sich an seinen Therapeut wendet oder eine Beratungsstelle, Psychiatrie oder Klinik kontaktiert.

Antidepressiva (tetrazyklische)

Tetrazyklische Antidepressiva sind eine Weiterentwicklung der trizyklischen Antidepressiva. Sie wirken vor allem zu Beginn der Behandlung psychomotorisch dämpfend und anxiolytisch und sind ansonsten in ihrer Wirkung den trizyklischen Antidepressiva ähnlich. Sie hemmen ebenfalls die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin und sind genauso wirksam wie trizyklische Antidepressiva, haben aber weniger Nebenwirkungen.

Zu den tetrazyklischen Antidepressiva gehören Maprotilin (z.B. Ludiomil®) und Mianserin (z.B. Tolvin®).

Antidepressiva (trizyklische)

Trizyklische Antidepressiva gehören zu den ältesten Antidepressiva. Sie sind nach ihrer chemischen Struktur benannt, die drei Kohlenstoffringe enthält. Trizyklische Antidepressiva hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin sowie von Noradrenalin. Sie wirken stimmungsaufhellend und anxiolytisch (angstlösend). Trizyklische Antidepressiva können je nach Substanz antriebssteigernd wirken oder auch eine sedierende Wirkung haben.
Trizyklische Antidepressiva unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen nicht von modernen Antidepressiva. Sie haben allerdings im Vergleich zu neueren Substanzen relativ viele Nebenwirkungen, die häufiger zu einem vorzeitigen Therapieabbruch führen. Vor allem zu Beginn der Therapie kann es zu Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen kommen. Zu den vegetativen Nebenwirkungen, die häufig beobachtet werden, gehören Mundtrockenheit, Obstipation (Verstopfung), Akkomodationsstörungen (Akkomodation ist die Anpassung der Augenlinse an verschiede Entfernungen), Miktionsstörungen (Probleme beim Harnlassen), Glaukomanfall (Anstieg des Augeninnendrucks), Sinustachykardie (Herzrasen), Schwindel und Sedierung.
Trizyklische Antidepressiva können wie alle Psychopharmaka, insbesondere diejenigen, mit sedierender Wirkung, zu einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit führen. Im Zweifelsfall sollte man mit seinem Arzt sprechen.

Trotz der hohen Anzahl von Nebenwirkungen kann der Einsatz von trizyklischen Antidepressiva sinnvoll sein. Die sedierende Wirkung kann bei einer agitierten Depression (einer Depression, die von Angst, Unruhe und Rastlosigkeit begleitet ist) erwünscht sein. Auch bei Suizidalität wird wegen der beruhigenden Wirkung in der Anfangsphase häufig ein trizyklisches Antidepressivum gegeben.
Trimipramin (z.B. Stangyl®) wird gerne bei Schlafstörungen verschrieben. Die meisten Antidepressiva und alle gängigen Schlafmittel verändern die normale Schlafstruktur, indem sie den REM-Schlaf unterdrücken. Unterdrückung des REM-Schlafs führt in der Folge zu einer Erhöhung von REM-Anteilen, dem so genannten „REM-Rebound“. Das wird subjektiv als gestörter Schlaf empfunden. Trimipramin unterdrückt den REM-Schlaf nicht, sondern führt nach wenigen Wochen zu einer Normalisierung der Schlafarchitektur. Ein weiterer Vorteil gegenüber Schlafmitteln vom Benzodiazepin-Typ ist, dass Trimipramin nicht abhängig macht.

Zu den trizyklischen Antidepressiva gehören: Amitriptylin (z.B. Saroten®, Tryptizol®), Clomipramin (z.B. Anafranil®), Desipramin (z.B. Pertofran®), Doxepin (z.B. Sinequan®,Aponal®), Imipramin (z.B. Tofranil®), Nortriptylin (z.B. Nortrilen®), Trimipramin (z.B. Stangyl®) und Opipramol (z.B.Insidon®).

Antidepressiva allgemein

Siehe unsere FAQ-Sektion zum Thema.

Ärztlicher Psychotherapeut

Ein Ärztlicher Psychotherapeut hat ein abgeschlossenes Medizinstudium und eine zusätzliche psychotherapeutische Ausbildung.

Atementspannung

Was ist Atementspannung?
Die Atementspannung ist eine Entspannungstechnik, bei der durch bewusstes Atmen der körperliche und seelische Stress reduziert werden soll.

Wie funktioniert diese Methode?
Wenn wir unter Stress stehen, wenn wir angespannt sind, uns ängstigen oder sorgen, wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt: Wir atmen schneller, flacher und oben in der Brust, statt in den Bauch; diverse Muskeln werden angespannt; Hormone (wie beispielsweise Adrenalin) werden ausgeschüttet; der Puls und der Blutdruck steigen an; Zuckerreserven und Fettstoffe werden freigegeben. Die Gedanken beginnen zu kreisen und wir haben das Gefühl, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können. Dieser Alarmzustand ist zwar in brenzligen Situationen hilfreich, weil wir dadurch Kampf- und Fluchtbereit werden. In Alltagssituationen allerdings wünschen wir uns oft, ruhiger und gelassener reagieren zu können. Hierbei hilft die Atementspannung, denn durch die Beruhigung des Atems, werden auch die anderen Körperfunktionen wieder beruhigt: Die Muskeln entspannen sich; das hormonale Gleichgewicht wird wiederhergestellt; der Blutdruck normalisiert sich und der Puls sinkt. Wir werden gelassener, spüren Ruhe in uns und bringen Ordnung in unser Bewusstsein.

Für wen eignet sie sich?
Tendenziell eignet sich die Atementspannung für jeden (sollte es dennoch zu einem Unbehagen kommen, beispielsweise weil einem das tiefe Atmen bei Kreislaufschwierigkeiten Probleme bereitet, so sollte die Übung abgebrochen werden. Gegebenenfalls kann die Übung zu einem anderen Zeitpunkt erneut versucht werden). Besonders hervorzuheben ist, dass diese Methode - aufgrund der Kürze der Übungen - auch besonders gut geeignet ist für Menschen, die nur wenig Zeitpuffer in ihrer Tagesplanung haben.

Beispiel einer Atemübung:
Hier folgt eine Anleitung für eine Atementspannung, die nur etwa zehn Minuten Zeit in Anspruch nimmt und dabei in Ihrer Wirkung sehr effektiv ist.

Einleitung:

  • Nehmen Sie eine entspannende Sitzposition ein.
    Im Sitzen: Setzen Sie sich auf einen Stuhl mit fester Sitzfläche und stellen Sie die Füße feste auf den Boden auf. Der untere Teil des Rückens sollte die Rückenlehne berühren, der obere Teil des Rückens sollte frei bleiben. Die Schultern sollten lose herunter hängen. Der Kopf sollte mit möglichst geringem Muskelaufwand entspannt auf dem Hals stützen. Die Hände können lose auf den Oberschenkeln oder im Schoß platziert werden.
    Im Liegen: Kopf und Nacken sollten durch ein Kissen leicht gestützt werden, die Hände sollten entspannt neben dem Körper oder auf dem Bauch liegen.
  • Schließen Sie nun Ihre Augen.

Atementspannung:
  • Atmen Sie sechs Mal tief ein und aus.
    Atmen Sie hierbei durch die Nase ein und lassen Sie sich in das Ausatmen hineinfallen. Am Besten gelingt dies, wenn Sie das Ausatmen mit einem kleinen Seufzer begleiten.
  • Nun den Atem bitte nicht mehr beeinflussen, sondern frei fließen lassen.
    Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nase. Nehmen Sie für zehn Atemzüge gezielt wahr, wie die Luft durch die Nasenlöcher hineingesogen wird.
    Konzentrieren Sie sich nun auf Ihren Bauch. Nehmen Sie für weitere zehn Atemzüge wahr, wie Ihr Bauch sich vor und zurück wölbt, bzw. sich hebt und senkt.
    Idealerweise können Sie sich nun für zehn Atemzüge auf Ihre Nase und Ihren Bauch gleichzeitig konzentrieren. Sollte Ihnen dies nicht gelingen, entscheiden Sie sich für die Nase oder den Bauch - Je nachdem, was Ihnen angenehmer ist.
  • Nehmen Sie die entspannende Wirkung des kurzen Verharrens nach dem Ausatmen wahr.

Ausklingen lassen:
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Hände.
    Spüren Sie, wie Ihre Hände schwer und warm werden.
  • Konzentrieren Sie sich nun auf Ihre Füße.
    Nehmen Sie wahr, wie auch Ihre Füße schwer und warm werden.
  • Strecken Sie sich genüsslich, gähnen sie, reiben Sie sich das Gesicht und öffnen Sie langsam wieder Ihre Augen.
  • Gehen Sie nun Ihrer gewohnten Tätigkeit weiter nach.


Atementspannung im Alltag?
Ein simpler Trainingseffekt sorgt dafür, dass je häufiger die Übungen durchgeführt werden, desto positiver auch deren Auswirkungen sind. Schnell ist es möglich, die Atementspannung gut in den Alltag zu integrieren (im Büro, im Stau, in der Bahn, in der Warteschlange vor der Kasse im Supermarkt...) und zudem, sie in stressigen Situationen zur gezielten Stressreduktion einzusetzen.

Autogenes Training

Das autogene Training, ist ein von dem Neurologen Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) entwickeltes Verfahren, mit dem man sich selbst (autogen) in einen hypnoiden Zustand versetzen kann.

Der Klient lernt, sich durch eine Reihe von Eigensuggestionen in einen Entspannungszustand zu begeben. Die mit der Dauer des Trainings beständig verbesserte Körperwahrnehmung ermöglicht eine immer schnellere Umschaltung in einen Zustand der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei regelmäßigem Training erreicht der Übende nach einiger Zeit eine über die Dauer des Trainings hinaus anhaltende psychophysische Grundeinstellung der Gelassenheit, die das eigentliche Ziel des autogenen Trainings darstellt und sowohl das körperliche wie psychische Wohlbefinden steigert und stabilisiert.

Die Übungen des autogenen Trainings werden nacheinander erlernt. Die jeweils nächste Stufe wird erst dann in Angriff genommen, wenn der Klient die davorgehende beherrscht.

Zu Beginn eines Trainings soll er eine "Ruhetönung" erreichen, d.h. einen ruhigen und entspannten Zustand. Die erste Übung (Schwereübung) führt zu einer Entspannung der Skelettmuskulatur, die als subjektive „Schwere“ erlebt wird. Mit der Formel „Der Arm ist schwer“ (später „Der Körper ist schwer“) leitet man die muskuläre Entspannung ein. Neben dem Erleben der Schwere kommt es häufig schon zu Wärmeempfindungen, die in der zweiten Übung intensiviert werden („Die Hand ist warm“ später „Der Körper ist warm“). Die Wärme wird durch eine Entspannung und damit Weitstellung der Blutgefäße erreicht. In der darauf folgenden Herzübung lernt der Klient seinen Herzschlag zu beobachten („Das Herz schlägt gleichmäßig und ruhig“). In der Atemübung („Der Atem ist ganz ruhig“) geht es zunächst um die Beobachtung des eigenen Atemrhythmus´. Als 5. Stufe erfolgt die Leibübung, auch Sonnengeflechtsübung genannt, in der es um die Entspannung im Bauchbereich geht. Die Formel dazu heißt „Sonnengeflecht strömend warm“. Die letzte der klassischen Übungen ist die Kopfübung, hier wird die Stirn als angenehm kühl vorgestellt („Stirn angenehm kühl“).

Das autogene Training ist relativ leicht zu erlernen und hat schon nach kurzer Übungszeit eine Erholungsfunktion, wodurch es sich für alle eignet, die ganz einfach abschalten und entspannen wollen.

Benzodiazepine

Siehe unsere FAQ-Sektion zum Thema.

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