Ja, Benzodiazepine haben ein sehr hohes Suchtpotential. Die Einnahme des Medikaments wird zunächst als belohnend empfunden. Benzodiazepine wirken entspannend und beruhigend, Angst verschwindet und das Einschlafen fällt leichter. Da Benzodiazepine zudem oft ohne gravierende Nebenwirkungen sind, werden sie von den Konsumenten als angenehm empfunden. Durch klassische Konditionierung entsteht so schnell eine psychische Abhängigkeit.
Eine regelmäßige Einnahme von Benzodiazepinen führt außerdem zu einer Toleranzentwicklung, d.h. um die gleiche Wirkung zu erzielen, muss man eine höhere Dosis nehmen. Dies liegt zum einen daran, dass sich die Benzodiazepin-Rezeptoren anpassen und weniger empfindlich werden. Zum anderen passt sich der Stoffwechsel in der Leber an und baut die Benzodiazepine immer schneller ab. Das Abhängigkeitsrisiko steigt mit zunehmender Behandlungsdauer und der Höhe der Dosierung.
Wegen des hohen Suchtpotentials sollten Benzodiazepine nur kurzfristig eingesetzt werden. Sie sollten in möglichst niedriger, aber ausreichender Dosierung verordnet werden. Benzodiazepine sollten nicht verschrieben werden, wenn der Patient bereits eine Abhängigkeitsproblematik hat. Es sollte immer die kleinste Packungseinheit verordnet werden. Schon vor Behandlungsbeginn sollte eine Therapiedauer vereinbart und die Behandlungsnotwendigkeit sollte in kurzen Zeitabschnitten überprüft werden. Nach längerer Behandlung sollte das Medikament nicht abrupt abgesetzt, sondern die Dosis schrittweise verringert werden.




