Benzodiazepine mit kurzer Halbwertszeit helfen bei Einschlafstörungen. Sie bewirken eine rasche Schlafinduktion bei erhaltener Tagesvigilanz, d.h. man ist am nächsten Tag wach und ausgeschlafen. Bei Durchschlafstörungen sorgen Benzodiazepine mit langer Halbwertszeit für eine langsame Schlafinduktion, so dass man gut durchschlafen kann. Allerdings kann es am nächsten Tag zu Hang-Over-Effekten kommen, d.h. das Benzodiazepin wirkt auch am Tage noch nach. Auch kann regelmäßiger Gebrauch dazu führen, dass sich die Substanz im Organismus anreichert.
Eine der häufigsten Ursachen für Schlafstörungen ist der chronische Missbrauch von Schlafmitteln. Alle bekannten Schlafmittel führen bei längerer Einnahme zu einer Veränderung des natürlichen Schlafprofils und bei Absetzen der Einnahme zu erheblichen Schlafstörungen.
Nach längerer Einnahme von Benzodiazepinen kann es zu einem Rebound-Effekt kommen, d.h. einer überschießenden, der eigentlichen Wirkung entgegengesetzten Reaktion. Benzodiazepine reduzieren das Tiefschlafstadium 4 und den REM-Schlaf zugunsten des Schlafstadiums 2 – nachweisbar im EEG bzw. in einer polysomnographischen Untersuchung. Nach plötzlichem Absetzen oder lang anhaltender Einnahme kommt es oft zum so genannten REM-Rebound, also zu erhöhten Anteilen an REM-Schlaf innerhalb eines Schlafzyklus. Dies wird subjektiv als unruhiger, gestörter Schlaf erlebt und führt nicht selten zu erneuter Einnahme von Schlafmitteln.




