Helfen Benzodiazepine gegen Angststörungen?
Sonntag, den 04. April 2010 um 19:31 Uhr
Wolfgang Gawlik
Benzodiazepine
Benzodiazepine werden häufig bei Angstzuständen verschrieben. Durch die Einnahme von Benzodiazepinen verschwinden Angstgefühle meist schnell und vollständig. Lässt die Wirkung des Medikaments nach, kommen viele Betroffene jedoch schnell wieder in ihre Angstsymptome. Hinzu kommt dann oft die Angst vor dem Wiederauftreten der Angst. Mit der Verminderung oder Beseitigung der Symptome ist jedoch das eigentliche Problem in der Regel nicht beseitigt, denn der Betroffene verliert oft mit dem Verschwinden des Symptoms die Motivation an den Ursachen der Angst etwas zu ändern. Wenn die Medikamente abgesetzt werden, taucht die Angst in den meisten Fällen wieder auf, manchmal sogar heftiger als zuvor. In der Regel wird dann erneut zu Benzodiazepinen gegriffen, um mit den wieder aufflackernden Angstgefühlen umgehen zu können. So entsteht schnell eine psychische Abhängigkeit, denn die Einnahme des Medikaments führt ja zu einer positiven körperlichen und emotionalen Reaktion, ein Verhalten, das also durch diese positive Konsequenz bestärkt wird. Statt längerfristig und unter Inkaufnahme der entstehenden raffinierten Abhängigkeit Benzodiazepine einzunehmen ist es sinnvoller, in einer Psychotherapie zu lernen seine Ängste zu überwinden.