Hungrig-Online

Information und Kommunikation bei Essstörungen

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Achtsamkeitsübung

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 7
SchwachPerfekt 
Als Einleitung beginnen wir mit der Achtsamkeitsübung (Körperwahrnehmung)
Achtsamkeit ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr, wir müssen wieder neu lernen, uns und unsere Mitmenschen, aber auch die kleinen Dinge des Alltags, wieder aufmerksam und bewusst wahrzunehmen. Dazu dient diese Übung. Man kann diese Übung in den Alltag integrieren und/oder sie als Einleitung zu den anderen Imaginationsübungen machen, um erst einmal zu sich selber zu finden und zur Ruhe zu kommen, um sich auf sich selber zu konzentrieren.

Eventuelle Schwierigkeiten:
Manchen Menschen, die sich und ihren Gefühlen im Alltag eher davonlaufen, bereitet diese Übung vielleicht zunächst Angst. Dadurch, dass während dieser Übung auf einmal das Augenmerk, der Fokus auf sich selber gerichtet wird, werden eventuell erst die eigenen seelischen und körperlichen Schmerzen bewusst. Wer damit noch nicht klarkommt, der sollte diese Übung vorerst meiden.

Übung: (aus: L. Reddemann, Imagination als heilsame Kraft, S. 35 f)
Ich bitte Sie jetzt, eine für Sie angenehme Körperhaltung zu finden – liegen oder sitzen. ... Spüren Sie erst einmal, dass Ihr Körper Kontakt mit dem Boden hat. Es geht nur darum, wahrzunehmen, dass Ihr Körper Kontakt hat und wo er Kontakt hat. Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, bewusst zu registrieren ...
Und als nächstes bitte ich Sie, wahrzunehmen, dass Ihr Körper atmet und dass er dabei Bewegungen macht. Registrieren Sie diese Bewegungen. Registrieren Sie, dass sich der Brustkorb sanft hebt und senkt ... Und dass die Bauchdecke sich hebt und senkt ... Und wenn Sie sehr genau wahrnehmen, dann spüren Sie auch, dass die Nasenflügel ganz kleine Bewegungen machen. Und diese Bewegungen des Körpers beim Atmen nehmen Sie einige Augenblicke lang wahr ... Beenden Sie die Übung, indem Sie wieder bewusst wahrnehmen, dass Ihr Körper Kontakt hat mit dem Boden oder dem Stuhl, und nehmen Sie Ihre Körpergrenzen achtsam wahr. Kehren Sie dann mit der Aufmerksamkeit bewusst in den Raum zurück und nehmen Sie diesen bewusst wahr.


Dies ist eine sehr einfache Achtsamkeitsübung. Durch diese Übung fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit. Es ist wichtig, nicht zu erwarten, dass Sie die ganze Zeit ganz und gar aufmerksam sind, das gelingt kaum jemandem. Dennoch führt der Entschluss, sich für eine Weile auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren, zu Beruhigung und Entspannung. Dies ist eine sanfte Art der Entspannung, die es dem Körper erlaubt, sich zu entspannen, so viel, wie er will, ohne dass man ihm befiehlt: entspanne, entspanne!

Jetzt lade ich Sie ein, mit der Aufmerksamkeit durch den Körper zu gehen. Sie können, wenn Sie wollen, sich vorstellen, dass diese Achtsamkeit wie eine Körperberührung ist. Beginnen Sie beim Scheitel. Nehmen Sie die Scheitelregion achtsam wahr. Registrieren Sie, was dort zu spüren ist. Fühlt sich das angenehm oder unangenehm an? Ist es eher kalt oder warm? Oder ist dort eigentlich gar nichts zu spüren? ... Wenn Sie diese Übung zum ersten Mal machen, ist es vielleicht einfacher, nur außen zu spüren, ansonsten können Sie versuchen, außen und innen zu spüren. ... Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit dann zum Hinterkopf. Nehmen Sie ihn und was Sie dort spüren wahr ... Gehen Sie dann weiter mit Ihrer Aufmerksamkeit zu den Ohren ... zur Stirn ... zu den Augen ... Nehmen Sie achtsam Ihre Wangen wahr ... die Nase ... den Mund ... und die Region zwischen Mund und Nase ... das Kinn ... Nehmen Sie den Hals und den Nacken achtsam wahr ... Gehen Sie dann mit der Aufmerksamkeit zu den Schultern. Nehmen Sie die Schultern wahr ... die Oberarme ... die Unterarme ... die Hände ... Nehmen Sie Arme und Hände noch mal als Ganzes wahr, von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. ... Und jetzt nehmen Sie den Rumpf wahr, zunächst den Rücken vom Nackenwirbel bis zum Steißbein ... dann den vorderen Teil des Rumpfes, zunächst den Brustbereich ... Nehmen Sie dann den Bauchbereich wahr ... dann den Beckenbereich ... Gehen Sie jetzt mit Ihrer Aufmerksamkeit zu den Beinen, zunächst zu den Oberschenkeln ... Dann nehmen Sie Ihre Knie achtsam wahr ... die Unterschenkel ... die Füße ... Und dann nehmen Sie noch mal die Füße und Beine als Ganzes wahr, von den Hüftgelenken zu den Zehenspitzen ... Schließen Sie die Übung ab, indem Sie sich vorstellen, dass Sie durch den Scheitel einatmen und dass der Atem den Körper durch die Füße verlässt ... Kommen Sie dann bitte mit der vollen Aufmerksamkeit zurück in den Raum.
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. April 2010 um 09:33 Uhr  

Neueste Kommentare

  • @ sähra: Sowas ist nicht ganz ungewöhnlich. viele ... mehr...
  • @ lara: eine magersucht hast du wenn du dir die ga... mehr...
  • Ich finde jeder sollte sich wohl fühlen können. Ic... mehr...