Auch wenn stationäre Psychotherapie oft (ähnlich einer Kur) eine Reha-Leistung ist, so unterscheidet sie sich doch sehr von einem Aufenthalt im Rahmen einer Mutter-Kind-Kur im herkömmlichen Sinn.
Eine Mutter-Kind-Kur wird in der Regel für drei, maximal sechs Wochen genehmigt. Es ist eine Indikation, also ein Aufnahmegrund, der Mutter und Kind beeinträchtigt und einer gemeinsamen Behandlung bedarf erforderlich. Häufig sind das körperliche Beschwerden, die von einem Arzt diagnostiziert werden müssen, z.B. Atemwegserkrankungen der Kinder, Burn Out des Elternteils etc.
Eine stationäre Psychotherapie hingegen hat einen anderen Ansatz: In der Regel ist schon die Aufenthaltsdauer in der Klinik deutlich länger, es wird sehr genau auf die psychischen Probleme der Mutter/des Vaters eingegangen, die Behandlung des Elternteils steht im Vordergrund. Weniger als bei einer Kur spielen die Umgebung der Klinik und das Klima eine Rolle.
Eine herkömmliche Mutter-Kind-Kur kann nicht mit einer stationären Psychotherapie verglichen werden. Es werde selten ausreichend psychologische Gespräche angeboten, und auch die kurze Aufenthaltsdauer macht die Behandlung einer Essstörung nahezu unmöglich. Es ist also wichtig, die Klinik genau nach der Indikation auszuwählen, und im Reha-Antrag bzw. im Antrag über die Krankenkasse gleich den Unterschied zu einer Mutter-Kind-Kur zu verdeutlichen. Es geht um eine medizinische Rehamaßnahme.




