Eine andere Einteilungsmöglichkeit der Neuroleptika ist in "klassische" und "atypische" Substanzen. Der Begriff "atypisch" ist allerdings nicht eindeutig definiert. Als atypisches Neuroleptikum wurde erstmals das in den 60er Jahren entwickelte Clozapin bezeichnet, weil es in therapeutisch wirksamen Dosierungen keine extrapyrimidal-motorischen Störungen (EPS) verursachte. Man war der Auffassung, dass klassische (ältere) Neuroleptika unvermeidbar EPS auslösen würden. Für die nach Clozapin entwickelten Substanzen musste dieses Kriterium allerdings relativiert werden, da sie sehr wohl extrapyramidal-motorische Störungen hervorrufen können, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß als die klassischen Neuroleptika (Fischer, 1999).
Atypische Neuroleptika haben einige oder mehrere der folgenden Eigenschaften:
überlegene Wirkung auf bisher therapieresistente Schizophreniendeutlich bessere Effektivität beim schizophrenen Negativsyndrom, das durch Affektverflachung, Antriebsminderung, sozialen Rückzug und Mangel an Spontaneität gekennzeichnet wird
weniger Störungen von Aufmerksamkeit, Motivation und Gedächtnis als durch klassische Neuroleptika. Eventuell können atypische Neuroleptika die kognitive Leistungsfähigkeit sogar positiv beeinflussen.
weniger extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen
ein geringeres Risiko für Spätdyskinesien
keine oder nur geringfügige Steigerung von Prolaktin
Ein wesentlicher Nachteil atypischer Neuroleptika für die Verordnungspraxis des Arztes sind die deutlich höheren Kosten im Vergleich zu klassischen Substanzen, da es sich bei den meisten Substanzen um neue Medikamente handelt, die erst ab Anfang der 90er Jahre auf den Markt gekommen sind, noch mit hohen Entwicklungskosten belastet sind und zum Teil noch Patentschutz genießen. Sobald die Substanzen auch als Generika anderer Pharmafirmen zur Verfügung stehen, sinken jedoch die Preise.
Zu den klassischen Neuroleptika zählen u.a. Chlorpromazin (Propaphenin®), Fluphenazin (Dapotum®) und Haloperidol (Haldol®).Atypische Neuroleptika sind zum Beispiel: Amisulprid (Solian®), Clozapin (Leponex®), Quetiapin (Seroquel®), Olanzapin (Zyprexa®), Risperidon (Risperdal®), Zotepin (Nipolept®) und als neueste Substanz Ziprasidon (Zeldox®).






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