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Home Häufige Fragen Neuroleptika Was sind hoch-, mittel- und niedrigpotente Neuroleptika?

Was sind hoch-, mittel- und niedrigpotente Neuroleptika?

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Es gibt verschiedene Ansätze Neuroleptika in Unterklassem einzuteilen. Bei der Einteilung nach ihrer antipsychotischen Potenz unterscheidet man niedrig-, mittel und hochpotente Neuroleptika. Die neuroleptische Potenz einer Substanz ist ein Wert auf einer Skala bezüglich der Standarddosis. Das Neuroleptikum Chlorpromazin erhält den Wert 1, alle anderen Neuroleptika werden relativ dazu eingestuft. Ein hoher Wert, d.h. eine hohe neuroleptische Potenz bedeutet, dass ein Neuroleptikum sich besonders stark an den Dopamin-D2-Rezeptor bindet. Je stärker die Bindung, desto niedriger ist die Dosis, die benötigt wird, um eine antipsychotische Wirkung zu erzielen.

Hochpotente Neuroleptika haben eine starke antipsychotische Wirkung. Sie wirken dadurch beruhigend, haben aber an sich nur eine schwache sedierende Wirkung. Sie werden zur Akutbehandlung der Schizophrenie, der schizoaffektiven Störung, des erneuten Schubs einer chronischen Schizophrenie und schizophreniformer Symptome wie Halluzinationen im Rahmen einer organischen Psychose eingesetzt. Sie haben als Nebenwirkung in hohem Maß extrapyrimidal-motorische Störungen (EPS) und nur geringe anticholinerge Wirkung.
Zu den hochpotenten Neuroleptika gehören u.a. Flupentixol (z.B. Fluanxol®), Haloperidol (z.B. Haldol®), Benperidol (z.B. Glianimon®) und Risperidon (z.B. Risperdal®)

Mittelpotente Neuroleptika weisen ein relativ ausgeglichenes Wirkprofil auf. Sie sind antipsychotisch schwächer, in der Sedierung aber stärker als hochpotente Medikamente; auch EPS und anticholinerge Nebenwirkungen (durch die Blockade des Acetylcholin-Rezeptors) sind mittelstark, sofern sie auftreten. Wichtigste Vertreter sind Perazin (z.B. Taxilan®), Zuclopentixol (z.B. Ciatyl-Z®), Pipamperon (z.B. Dipiperon®) und Sulpirid (z.B. Dogmatil®).

Niedrig potente Neuroleptika wirken hauptsächlich beruhigend und sedierend, jedoch kaum antipsychotisch. Sie werden gegen Angst und Unruhe oder bei schwach ausgeprägter Wahnbildung verordnet. Niedrigpotente Neuroleptika finden auch ihre Anwendung zur Dämpfung ängstlicher Dauerunruhe bei dementen alten Menschen und als leichtes Einschlaf- bzw. Durchschlafmittel. Sie verursachen im Allgemeinen keine extrapyrimidal-motorischen Störungen.
Zu den niedrigpotenten Neuroleptika gehören u.a. Chlorprothixen (z.B.Truxal®) Levomepromazin (z.B. Neurocil®), Melperon (z.B. Eunerpan®), Thioridazin (z.B. Melleril®), Promethazin (z.B. Atosil®).
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. April 2010 um 09:20 Uhr  

Kommentare 

 
+3 # 2012-05-07 14:04
sehr gut erklärt, danke :-)
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0 # 2012-07-25 08:53
Echt super, hilft mi sehr...!!!!
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+1 # 2012-11-04 20:34
Prima erklärt!
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