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Essstörungen sind keine Lappalie

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Essstörungen können schwere physischen, psychischen und sozialen Folgen auslösen. Essstörungen sind keine Modeerscheinung, sondern schwerwiegende Krankheiten, die für die Betroffenen auf lange Sicht hin ein erhebliches körperliches und psychisches Risiko darstellen. Bleibende Schädigungen der inneren Organe, Störungen der Herzfunktion, Depressionen bis hin zum Selbstmord sind typische Folgeschäden einer Essstörung, die oft bereits nach ein bis zwei Jahren zu beobachten sind.

Physische Folgeschäden der Essstörung

Unklar ist bislang, weshalb häufig die Speicheldrüsen von PatientInnen mit Essstörungen (besonders bei Bulimie) vergrößert sind (Sialose oder Sialadenose). Diese Schwellungen der Speicheldrüsen im Bereich der Wange oder des Unterkiefers sind meist nicht schmerzhaft, können das Aussehen jedoch sehr verändern. Das von diesen Drüsen produzierte Verdauungsenzym (Amylase) wird vermehrt produziert. Die Gesamtmenge des Speichels ist häufig verringert. Da beim Erbrechen die Zähne immer wieder mit Magensäure in Kontakt kommen, wird so die Entstehung von Karies sehr begünstigt. Bei zusätzlichem Calciummangel können auch weitere Zahnschäden auftreten.

Die inneren Organe wie Leber oder Nieren werden, verschlimmert noch durch andauernden Medikamentenmissbrauch, dauerhaft geschädigt, es kommt zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand. Knochen und Zähne werden angegriffen, Muskelmasse abgebaut. Der Elektrolythaushalt des Körpers gerät aus dem Gleichgewicht.

Mangelerscheinungen

Jede unausgewogene Diät führt früher oder später zu Mangelerscheinungen. Erbrechen und der Gebrauch von Abführ- oder Entwässerungsmedikamenten verstärken die auftretenden Mängel zusätzlich, und es kann beispielsweise zu einem Fehlen von lebensnotwendigen Salzen kommen.

  • Häufig wird die Haut trocken und
  • die Haare fallen aus,
  • die Fingernägel werden spröde und können ihre Form verändern (Uhrglasnägel).
  • Ein besonders gravierendes Problem ist der Vitamin-D-Mangel. In Verbindung mit Nierenfunktionsstörungen, veränderten Sexualhormonen (Östrogenmangel) und einem Calcium- oder Phosphatdefizit führt der Mangel an Vitamin D zu schwerwiegenden Störungen des Knochenstoffwechsels, die jahrelange Beschwerden nach sich ziehen können.
  • Die Mineralisation der Knochengrundsubstanz wird unzureichend; es kommt zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie) und zu einer Verminderung der Knochengrundsubstanz (Osteoporose). Als Folge können Knochenbrüche schon nach minimalen Stürzen auftreten, manchmal sogar ohne erkennbaren Grund. Andere Umbauprozesse der Knochen (hypertrophe Osteoarthropathie) mit Aufreibungen und Verbreiterungen an den Endgliedern der Finger oder Zehen führen manchmal zu so genannten Trommelschlegelfingern oder -zehen.

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Hormonveränderungen

Wenn man abnehmen möchte und daher versucht, sein Gewicht beispielsweise mit Hilfe einer Diät möglichst schnell zu verringern, so kommt es bald zu einer Art "Gegenregulation" des Körpers. Dabei verändern sich zahlreiche körperliche (physiologische und biochemische) Prozesse.

Die wichtigsten Hormonveränderungen betreffen dabei die Schilddrüse (T3-Mangel) und das sympathische Nervensystem (Adrenalin- und Noradrenalin-Mangel).

Die Folge sind:

  • verlangsamter Herzschlag (Bradykardie),
  • sinkender Blutdruck (Hypotonie) mit Schwindel und Kreislaufstörungen,
  • fallende Körpertemperatur (Hypothermie) und
  • häufig auch Durchblutungsstörungen mit Kältegefühlen an den Händen und Füßen (Akrozyanose). In extremen Fällen kommen sogar Erfrierungen vor.
  • Gleichzeitig steigen das Wachstumshormon (STH) und
  • das Nebennierenrindenhormon (Kortisol) an.
  • Veränderungen der Sexualhormone treten schon nach einer Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm ein. Sie können bei Frauen zu Unregelmäßigkeiten des Zyklus und zu einer Einschränkung der Fruchtbarkeit führen (unerfüllter Kinderwunsch). Bei sehr niedrigem Gewicht bleibt die Menstruation schließlich völlig aus (Amenorrhoe). Häufig bildet sich dann ebenso wie bei unreifen Säuglingen am Körper ein Flaumhaar, die so genannte Lanugobehaarung. Bei Männern beobachtet man Impotenz.

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Direkte Auswirkungen des Erbrechens

Auch das künstliche Herbeiführen des Erbrechens bleibt nicht ohne Folgen.

  • Der obere Verschluss des Magens hin zu Speiseröhre kann durch regelmäßige Heißhungeranfälle mit anschließendem Erbrechen beeinträchtigt werden (Kardiainsuffizienz);
  • die so genannte Refluxkrankheit mit Sodbrennen und Entzündungen der Speiseröhre (Ösophagitis) aufgrund der zurückfließenden Magensäure sind eine mögliche Folge.
  • Bei chronischem Stress und vermehrter Magensäure kann es zu einem Geschwür (Ulcus) kommen.
  • Obwohl unsere Zähne eine große Härte aufweisen, reagieren sie sehr empfindlich auf Säureeinwirkung. Säure löst Mineralien aus der Zahnoberfläche und macht sie so "weicher". Kommt es in diesem Zustand zu starker Reibung an den Zähnen (z.B. beim Putzen), geht die oberflächliche, erweichte Schicht verloren. Man spricht von einer Säureerosion. Da es sich hierbei um einen Vorgang handelt, der nur unter dem Mikroskop sichtbar ist, nehmen wir diesen Abrieb zunächst gar nicht wahr. Sind unsere Zähne aber mehrmals täglich starken Säuren ausgesetzt, wird dies zu einer Gefahr für die Zähne.

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Medikamentenmissbrauch

Der dauerhafte Gebrauch von Abführmitteln (Laxantien) verbessert die Verdauung nicht. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: über den Darm werden vermehrt Kalium und Flüssigkeit verloren, was in Verbindung mit ballaststoffarmer Diät eine Verringerung der Darmbewegung bewirkt. Eine zunehmende Verstopfung (Obstipation) ist die Folge. Entwässerungsmittel (Diuretika) haben überhaupt keinen Einfluss auf Kalorienverbrauch und Körperfett, sind aber durch die drohende Austrocknung des Körpers besonders gefährlich.

Gestörtes Trinkverhalten

Menschen, die unter einer Essstörung leiden, haben häufig ebenfalls Probleme mit dem Trinken. Durch das krankhafte Essverhalten geht auch das Gefühl für Durst verloren. Das Problem ist: Trinken ist lebensnotwendig und ohne Wasser kann man nur wenige Tage überleben. Fehlt es an Flüssigkeit, trocknet der Körper aus, das Blut verdickt sich, kann weniger Sauerstoff transportieren und wird nicht ausreichend gereinigt. Stoffwechsel- und Nierenprobleme treten auf.

Nicht nur das natürliche Verhältnis zum Essen, sondern auch parallel dazu oft das Bedürfnis oder der Drang zu trinken geht verloren. Meist sind sich Essgestörte dessen nicht einmal bewusst. Nicht selten beklagen Menschen mit Essstörungen Schwierigkeiten mit dem Wasserhaushalt, die sich auch in Wassereinlagerungen, Schwellungen und Ödemen äußern. Wenn man daraufhin das Trinkverhalten analysiert, ist es meist kopfgesteuert und deutlich gestört.

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Psychische und soziale Folgeerscheinungen der Essstörung

Die Gewichtsabnahme hat auch tief greifende psychische Folgen. Veränderungen des Proteinstoffwechsels können bei kohlenhydratarmer Diät möglicherweise (durch Serotonin-Mangel) die neuronale Verschaltung im Gehirn und somit die Stimmung verändern. Mit zunehmender Depression verlieren Patientinnen immer mehr Lebensfreude und Interesse an der Umwelt. Gleichzeitig nimmt die Konzentrationsfähigkeit ebenso wie die allgemeine Leistungsfähigkeit und auch das Interesse an der Sexualität ab.

Ferner können Essstörungen mit Zwangserkrankungen, verlorenem Selbstbewusstsein und Depressionen bis hin zum Selbstmord einhergehen. Der permanente Stress, unter den sich die Betroffenen selbst setzen, und die Angst vor Entdeckung des gestörten Essverhaltens führt zu Vereinsamung und Abbruch der sozialen Kontakte.

Die oft erheblichen Kosten für Lebensmittel und Medikamente treiben viele Betroffene in dauerhafte finanzielle Probleme und Verschuldung.

Die Behandlung der körperlichen Symptome ersetzt keine Psychotherapie. Aber auch umgekehrt gilt: die Vernachlässigung der medizinischen Gesichtspunkte kann den Erfolg einer Psychotherapie unnötig verzögern oder auch verhindern.

Im Folgenden finden Sie auf den Lehrer-Seiten Informationen zu möglichen Ursachen einer Essstörung. Wir hoffen, Ihnen durch diese Informationen dabei zu helfen, die Gründe, warum SchülerInnen eine Essstörung entwickeln können, besser nachvollziehen zu können.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 11. Oktober 2011 um 10:52 Uhr  

Kommentare 

 
0 # Sabrina 2011-09-20 17:32
Erstens kommt es darauf an was fuer Essstoerungen der Mensch hat!Es gibt ja so viele Arten.
1)Uebergewicht:M enschen die endlos essen,ohne zu merken das dies eine Depressionsstoe rung ist.
2)Bulimie:Mensc hen die alles erbrechen und das Essen nicht im Magen behalten wollen.Probleme des Zunaehmens,Mage rsucht,Depressi onen,psychische Stoerungen
3)Krankheiten der Verdauung:Duenn oder Dickdarm und vieler Arten
Mann muss sich ja auch nicht zu tode hungern denn jeder Art der Krankheit z.b.:Uebergewicht kann man heute gute Diatberatung und Diattabelle jeden einzelnen aufstellen.
Ausserdem glaube ich das alle dieser jeweiligen Probleme vom Kopf und deren Gedanken kommen und dort muss man zuerst heilen denn das ist die Wurzel aller Ursachen verschiedener Krankheiten!
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