Mit diesem Titel berichtet das Ärzteblatt über eine aktuelle Studie, die Eric Zorrilla vom Scripps Research Institute in La Jolla, USA, an Ratten durchführte.
Mit ihren Experimenten konnte die Forschergruppe um Zorilla zeigen, dass Schokolade das Fressverhalten von Ratten auf ähnliche Weise veränderte, wie dies auch Diätwillige kennen. Im Experiment wurden Ratten abwechselnd mit normalem Futter und einem süßen mit Schokoladen-Aroma versehenen Futter gefüttert. Nach kurzer Zeit fraßen die Tiere deutlich mehr Schoko-Futter, das Interesse an normaler Nahrung ließ nach. Die Ratten verzichteten lieber auf das normale Tierfutter, und hungerten bis sie mit der nächsten Ration Schokoladenfutter versorgt wurden.
Die Forscher konnten zeigen, dass die Ratten während der Hungerphase unter Stress litten, und sie angstauslösenden Situationen aus dem Weg gingen.
Physiologisch wiesen die Forscher die Stressreaktionen durch eine fünffach höher Konzentration von corticotropin-releasing factor (CRF) in einem für die Verarbeitung von Stressreaktionen wichtigen Großhirnareal nach. Die Konzentration von CRF normalisierte sich erst, wenn die nächste Schokoration gefüttert wurde.
Die Forscher interpretieren den Anstieg von CRF als Zeichen eines Entzugssyndroms, das bei (anderen) Drogen zu den stärksten Motivatoren für den Rückfall zählt. Laut Zorilla könnten diese Rückfälle als Selbstmedikation der Entzugssymptome interpretieren werden. Die Lösung könnte in der Behandlung mit Wirkstoffen bestehen, die CRF entgegenwirken.
In wie weit die Ergebnisse Anwendung in einer Therapie der Bulimie finden könnten muss klinischen Studien vorbehalten bleiben.
Lesen Sie den Artikel des Ärzteblatts zur Studie.
Cottone et al. (2009): CRF system recruitment mediates dark side of compulsive eating. PNAS. DOI: 10.1073/pnas.0908789106.





