Hungrig-Online
Zahlen zu Essstörungen
Häufigkeit und Verbreitung
Knapp zwei Drittel aller weiblichen Jugendlichen bis zum
18. Lebensjahr haben nach Angaben der Ärztekammer Niedersachsen
mindestens einmal eine Diät zur Gewichtsreduzierung
gemacht. Nach diesen Angaben leiden allein in Deutschland
mindestens 220.000 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren
an Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brechsucht (Bulimie).
Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik
(DIET) in Aachen gibt an, daß in Deutschland etwa
3,7 Millionen Menschen unter gefährlichem Untergewicht
leiden. Von Untergewicht seien in Deutschland vor allem
Senioren, Krebs-, Dialyse- und HIV-/Aids-Patienten sowie
Magersüchtige betroffen, teilt das Institut mit. In Deutschland
leiden nach Angaben des Instituts über 100.000 Menschen,
insbesondere Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an Magersucht,
600.000 Frauen und Männer an der Fress-Brech-Sucht (Bulimia
nervosa). Die Zahl der magersüchtigen Männer liege bei fünf
bis zehn Prozent - mit steigender Tendenz. Die Universität
Ulm beziffert die die Häufigkeit in der weiblichen
Bevölkerung zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr für
Anorexie mit 0,5-1%, für Bulimie mit 3-4% und für
Eßsucht mit 6 % und verzeichnet einen zunehmenden
Anteil männlicher Betroffener.
Heilungschancen und Prognosen
Eine Studie der Universität Heidelberg hat ergeben,
daß nur die Hälfte der an Magersucht erkrankten
Personen vollständig geheilt werden. Nach einem Bericht
der oberösterreichischen Nachrichten können rund
50 Prozent der an Bulimie erkrankten Frauen geheilt werden.
Bei 20 Prozent chronifiziert sich das Leiden und 30 Prozent
entwickeln andere Symptome wie etwa
Depressionen. Ulmer Forschern ermittelten aktuelle Heilungsquoten
(definiert als weitgehende Symptomfreiheit) von 12% aus Sicht
der Therapeuten bzw. 11% aus Sicht der Patientinnen, die bei
der Folgeuntersuchung der betreffenden Patienten nach zweieinhalb
Jahren auf 36% bzw. 33% anstieg. Wesentlich bessere initiale
Erfolgsaussichten verzeichnet der Ulmer Studie zufolge die
Therapie der Eß-Brech-Sucht (Bulimia nervosa): von den
Bulimikerinnen waren zu Therapieende 45% bzw. 31% als weitgehend
symptomfrei eingeschätzt worden. Allerdings sackte bis
zur 2,5-Jahres-Untersuchung die Heilungsquote auf 36% bzw.
22% ab. Das bedeutet, daß nach diesen Zahlen zwei Drittel
der Erkrankten nicht geheilt werden können. Allerdings
verspricht eine möglichst frühzeitige Behandung
die größten Heilungschancen.
Nach der Ärztekammer Niedersachsen verläuft eine
Essstörung bei rund 16,8 Prozent der Betroffenen tödlich.
Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET)
gibt an, daß bis zu 15 Prozent der Magersüchtigen an
den Folgen der Erkrankung sterben. Laut der Studie der Universität
Heidelberg stirbt jede sechste schwer erkrankte Magersüchtige
an den Folgen der Krankheit. Als häufigste Todesursachen erwiesen
sich Infektionen, Unterernährung, Wasser- und Elektrolytverlust
sowie Selbstmord. Die Universität Ulm berichtet, daß
mit einer Sterblichkeitsrate von 15 bis 20 Prozent die Anorexie
mehr Opfer als jede andere psychiatrische oder psychosomatische
Störung fordert.
Kosten
Die jährlichen Gesamtkosten für Anorexie und Bulimie
in Deutschland werden auf bis zu 553 Millionen Mark beziffert.
Dieser Text wird Ihnen zur Verfügung gestellt vom Hungrig-Online
e.V. - Information und Kommunikation bei Essstörungen. Unter
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Zuletzt verändert am 10.10.2005 14:50 © 1999-
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