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Pressemitteilung:
Hungrig-Online e.V. warnt vor Pro-Magersucht-Internetseiten
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Erlangen, 22.01.2002
Hungern bis in den Tod. Hungrig-Online e.V. warnt vor Pro-
Magersucht-Internetseiten
Der Verein zur Information und Kommunikation bei Essstörungen
Hungrig-Online e.V. ist besorgt über die wachsende Zahl von
Pro-Magersucht-Internetseiten.
"Dünn zu sein ist besser als gesund zu sein" oder "Du darfst
nie etwas essen, ohne Dich dabei schuldig zu fühlen". Mit
diesen und ähnlichen Losungen putschen sich Magersüchtige
im Internet gegenseitig auf, um länger an ihrer Essstörung
festhalten zu können. Auf unzähligen zumeist englischsprachigen,
in wachsender Anzahl aber auch deutschen Internetseiten verherrlichen
sie eine Krankheit, an der bis zu 20% der Betroffenen sterben.
Auf den Seiten werden die Besucher mit Bildern ausgemergelter
Körper konfrontiert, die von Sprüchen wie „Nichts schmeckt
so gut, wie es sich anfühlt, dünn zu sein" flankiert werden
und Tips, wie man auch bei lebensbedrohlichem Untergewicht
noch weiter abnehmen kann. Die Botschaft ist „Du bist immer
noch nicht dünn genug" und dient gleichermaßen als Bestätigung
des gestörten Köperempfindens wie auch als Ansporn, sich immer
weiter runterzuhungern.
Gefährlich sind diese Seiten besonders für junge Mädchen
und Jungen, die bereits an Magersucht leiden oder dabei sind,
eine Essstörung zu entwickeln.
Es wäre aber falsch, dem Internet als solchem die Schuld
an dieser Entwicklung zu geben. "Es ist schließlich nicht
so, dass es Essstörungen erst seit der Entstehung des Internets
gibt", sagt Dr. Jan Nedoschill, Arzt an der Kinder- und Jugendpsychiatrie
der Universitätsklinik Erlangen und Mitbegründer der virtuellen
Selbsthilfegruppe bei Essstörungen Hungrig-Online e.V. (www.hungrig-online.de).
"Aber es ist ungemein wichtig, dass Betroffene statt Seiten,
die sie noch tiefer in ihre Krankheit verstricken, Hilfsangebote
im Internet vorfinden. Die Anonymität des Internets erleichtert
es dabei vielen, nach Hilfe zu fragen und den ersten Schritt
bei der Bewältigung der Essstörung zu tun."
Deshalb bietet Hungrig-Online e.V. unter www.hungrig-online.de
für Betroffene, aber auch für Angehörige kostenlose Informations-
und Kommunikationsmöglichkeiten bei Essstörungen an.
Mehr Informationen zu den Informations- und Kommunikationsangeboten
des Hungrig-Online e.V. gibt es unter
http://www.magersucht-online.de
http://www.bulimie-online.de
http://www.hungrig-online.de
Download der Pressemitteilung im RTF-Format
Mehr Informationen zu Pro-Anorexie-Internetseiten
gibt es in einem Dossier bei Magersucht-Online.de.
Hungrig-Online e.V.
c/o Dipl.-Ing. Wolfgang Gawlik
Schiffstraße 15
D-91054 Erlangen
info@hungrig-online.de
http://www.hungrig-online.de
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