Sie sind interessiert an der Leitung einer virtuellen Selbsthilfegruppe? Hier finden Sie Hinweise zu Hintergründen und zum Ablauf für die Übernahme der Leitung einer Gruppe.

Sie sind interessiert an der Leitung einer virtuellen Selbsthilfegruppe?

Voraussetzung für die Leitung an einer virtuellen Selbsthilfegruppe ist die kostenlose Registrierung für das Diskussionsforum des Hungrig-Online e.V.. Der Zugang zum Gruppenraum der virtuellen Selbsthilfegruppe ist nur unter diesem Namen möglich.

1. Schritt – Bewerbung:

Schicken Sie Ihre Bewerbung inklusive Nachweis Ihrer Qualifikationen und Information zu Ihrer Motivation eine vSHG leiten zu wollen per eMail an vSHG@hungrig-online.de, oder per Post an unsere Vereinsadresse:

Hungrig-Online e.V.
Ottilienstraße 28a
81827 München

Ihre Unterlagen werden dann von uns geprüft und bei positiver Evaluation laden wir Sie zu einem telefonischen Bewerbungsgespräch ein. Ihre Bewerbung wird dann mit einer Empfehlung an den Vostand geschickt, dem die letztendliche Entscheidung unterliegt.

2. Schritt – Planungsphase:

Laden Sie sich unseren Freier-Mitarbeiter-Vertrag zur Leitung einer Selbsthilfegruppe runter und lesen Sie diesen gewissenhaft. Sollten Sie dem Vertrag zustimmen, füllen Sie ihn aus. Schicken Sie den ausgefüllten Vertrag an unsere Postanschrift (siehe oben).

Sobald wir genug Teilnehmer für eine neue virtuelle Selbsthilfegruppe beisammen haben, geben wir Ihnen per eMail Bescheid, dass es bald losgehen kann. Sobald die Teilnehmerbeiträge der Teilnehmer auf unserem Konto eingegangen sind, versenden wir die Zugangsdaten zum Gruppenraum und richten den Gruppenraum ein.

3. Schritt – Gruppenstart:

Dann geht es los!

Besonderheiten virtueller Selbsthilfegruppen

Virtuelle Selbsthilfegruppen unterscheiden sich von realen Gruppen hauptsächlich darin, dass der virtuelle Gruppenraum 24 Stunden am Tag geöffnet ist und sich die Teilnehmer sowohl auch Sie als Leiter zu jeder Zeit von jedem PC mit Internetanschluss aus einwählen können. Dieser große Vorteil virtueller Gruppen, sowie die Kommunikation im Internet allgemein, bringt allerdings auch einige Gefahren mit sich.

Das Internet senkt durch seine Anonymität die Hemmschwelle, sich über Probleme, Störungen, Krankheiten und Besonderheiten zu informieren und sich möglicherweise selbst einzugestehen, nicht „gesund“ zu sein. Oft muss der Leidensdruck eines Betroffenen sehr groß sein, bis er den Mut fasst, zu einer Beratungsstelle zu gehen. Dort muss er offen mit anderen Menschen reden und wird so sehr viel direkter mit seinem Problem konfrontiert. Vielen Betroffenen fällt es daher leichter, sich mit anderen anonym im Internet über ihre Probleme auszutauschen. Dazu müssen sie ihre gewohnte Umgebung, in der sie sich sicher fühlen, nicht verlassen und können sich, ohne Angst haben zu müssen „gesehen“ zu werden, informieren.

Die größte „Gefahr“ bei der Kommunikation über Internet ist die Gefahr der Isolierung; der Betroffene bricht möglicherweise reale Kontakte ab und seine Kommunikation findet ausschließlich via Internet statt. Es ist uns bewusst, dass es auch Fälle gibt (bei Behinderungen), in denen die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, selbständig das Haus zu verlassen und so kann das Internet ein wichtiges und essenzielles Kommunikationsmedium „nach außen“ sein. Um dieser Isolierung vorzubeugen, sind alle Kommunikationsangebote von Hungrig-Online.de an einem Tag der Woche (samstags) geschlossen. Dies betrifft ebenso die virtuellen Selbsthilfegruppen. Dies soll den Teilnehmern der Angebote verdeutlichen, dass es noch ein Leben außerhalb des Internets gibt und dass es wichtig ist, auch dort Kontakte zu pflegen und wir bitten sie als Leiter der virtuellen Gruppe, diesen freien Tag zu akzeptieren.

Dennoch kann es auch vorkommen, dass sich einige der Teilnehmer aus der virtuellen Selbsthilfegruppe zurückziehen und nur schwer zu fassen sind. Von daher bietet es sich an, zu Beginn der Gruppenlaufzeit mit den Teilnehmern fest zu vereinbaren, dass sie sich alle 1 oder 2x pro Woche melden sollen und kurz berichten, wie es ihnen geht. Eine gute Möglichkeit bietet z.B. ein täglicher Blitzlicht-Beitrag. Meldet sich ein Teilnehmer nicht, können sie das Mitglied in der Gruppe direkt anschreiben oder auch, bei längerer Abwesenheit, anmailen und nachfragen, ob alles in Ordnung ist.

In der Pilotgruppe haben wir festgestellt, dass es vorkommen kann, dass Teilnehmer öfter als sonst zu den Angeboten von Hungrig-Online.de surfen, um zu schauen, ob sie von den Leiterinnen der Gruppe eine Antwort erhalten haben. Uns ist bewusst, dass Sie als Leiter nicht ständig online sein können (der Zeitaufwand beträgt ca. 1 Stunde täglich). Unsere Idee, um Ihnen als Leiter eine gewisse Routine und den Teilnehmern eine gewisse Sicherheit zu geben ist es, dass die Leiter von virtuellen Gruppen in einem zu Beginn der Gruppe eröffneten Beitrag, Zeiten anzugeben, an denen sie versuchen online zu sein und Antworten zu geben. Beispielsweise könnte dort stehen: „Ich bin dienstags Abends von 20-22h online, dafür am Mittwoch gar nicht.“ Natürlich besteht in virtuellen Gruppen wie auch in realen Gruppen keine Antwortpflicht für Gruppenleiter. Wie auch in realen Gruppen können Sie aber Denkanstöße geben oder auf ihnen auffallende Dinge (sich im Kreis drehen, nicht über den Tellerrand schauen) hinweisen.

Hilfreich kann es sein, wenn sie zu Beginn der Gruppe darauf hinweisen, dass es sich bei dem Angebot um eine Selbsthilfegruppe und nicht um eine therapeutisch angeleitete Gruppe handelt. Es kann passieren, dass einige Teilnehmer mit hohen Erwartungen an die Gruppe herantreten und dann enttäuscht sind, eine Rundum-Betreuung zu erhalten. Dies ist nicht ihre Aufgabe! Ihre Aufgabe ist es, die Gruppe ihrem Anspruch entsprechend nach anzuleiten.

Basierend auf der Anonymität des Internets kann es vorkommen, dass die Teilnehmer vergessen, dass hinter dem nächsten Bildschirm auch ein Mensch sitzt. Es fällt vielen Betroffenen leichter, aus sich herauszugehen, Wut zu zeigen oder aggressiv zu werden, wenn sie „nur“ mit einem anonymen Namen, statt einer direkt gegenüber sitzenden Person kommunizieren. In der virtuellen Welt sieht man nur anhand einer Antwort, wie das Gegenüber auf eine Äußerung reagiert und gerade bei virtuellen Selbsthilfegruppen ist hier Vorsicht geboten und besondere Aufmerksamkeit des Leiters gefordert: Einigen fällt es im anonymen Raum leichter über Verwundungen und Verletzungen, z.B. Missbrauch zu sprechen. Andere Teilnehmer, die möglicherweise noch nicht so stabil und gefestigt sind, kann das sehr tief treffen und als Gruppenleiter kann man die Reaktion des Mitgliedes leider nicht wie in einer realen Gruppe direkt sehen.

Verschwiegenheitserklärung

Als Leiter einer virtuellen Selbsthilfegruppe sind Sie mit persönlichen Schicksalen und ggf. verfolgungspflichtigen Tatbeständen konfrontiert. Sie sind verpflichtet, über diese Informationen Stillschweigen zu bewahren und die Daten nur im Rahmen der virtuellen Selbsthilfegruppe und nicht darüber hinaus zu verwenden. In keinem Fall dürfen sie die Daten zu kommerziellen Zwecken selbst nutzen oder an Dritte weitergeben. Diese Verschwiegenheitserklärung hat über die Dauer der Selbsthilfegruppe Bestand.

Pauschale Aufwandsentschädigung und Zeitraum

Das Honorar für die Gruppenleitung berechnet sich nach der Teilnehmerzahl. Pro Teilnehmer erhält ein Leiter bei regulärer Laufzeit 54 Euro. Bei 8 (10) Teilnehmern beliefe sich das Honorar dann entsprechend aufs 144 (180) Euro monatlich.

Das Honorar wird Ihnen nach Vorlage einer Rechnung überwiesen. Mit diesem Honorar sind sämtliche weitergehende Aufwendungen des Leiters abgegolten. Diese Vergütung gilt für den Zeitraum von 12 Wochen. Sollten Sie in Abstimmung mit den Teilnehmern ein Interesse daran haben, die Gruppe zu verlängern, berechnet sich das Entgelt nach der Anzahl der verlängernden Teilnehmer. Dieses wird Ihnen ebenfalls nach Vorlage einer Rechnung überwiesen.

Sollten Sie sich dazu entscheiden, die Gruppe gemeinsam mit einer anderen Person zu leiten, dann teilen wir das Honorar zwischen den Leitern auf. Bei Fragen hierzu wenden sie sich bitte an unsere Schatzmeisterin unter vshg@hungrig-online.de.

Gruppenstärke

Maximale Gruppengröße sind 10 Teilnehmer. Bei mehr als 10 Teilnehmern wird versucht, zwei Gruppen zu bilden. Mindestteilnehmerzahl für uns als Anbieter sind vier Teilnehmer.

Bitte teilen Sie uns frühzeitig mit, welche Mindestgruppengröße für Sie zur ausreichenden Aufwandsentschädigung als Co-Leitung einer vSHG nötig ist.

Sollten Sie im Rahmen Ihrer weiteren Arbeit die Möglichkeit haben potentielle Teilnehmer über unser Angebot zu informieren, lassen Sie uns das gerne wissen! Wir schicken Ihnen gerne Handzettel zum Auslegen in ihren Praxen oder zum Verteilen zu.

Verlängerung des Angebots

Nach 3 Monaten „hält“ die Gruppe an (wie ein Omnibus) und ermöglicht Teilnehmern aus der Gruppe auszusteigen, gleichzeitig erlaubt dieser Halt neuen Teilnehmern in die Gruppe einzusteigen.

Es ist unser Ziel, dass die Leiter nicht gleichzeitig wechseln, sondern dass nach einem Halt ein bekannter Leiter „im Bus“ bleibt. Das können wir den Teilnehmern nicht garantieren, wir bemühen uns jedoch dies zu gewährleisten.

Ebenso wie die Aufwandsentschädigung für die reguläre Gruppenlaufzeit berechnet sich die Entschädigung während der Verlängerungen abhängig von der Teilnehmerzahl.

Wer darf eine Gruppe leiten?

Nur entsprechend ausgebildete Fachleute dürfen eine virtuelle Selbsthilfegruppe leiten. Darunter fallen: Diplom-Psychologen, Ärzte, Diplom-Sozialarbeiter, Heilpraktiker, Diplom-Pädagogen, kurzum alle, die eine Ermächtigung zur Ausübung von Psychotherapie (HPG) haben.

Unterstützung von Hungrig-Online während der Gruppenlaufzeit

Vor und während der Laufzeit der Gruppe lassen wir Sie nicht alleine.

Sie haben die Möglichkeit, sich mit anderen Gruppenleitern und Administratoren des Forums in dem Unterforum „vSHG-Leiter-Forum“ auszutauschen. Dort bekommen Sie hilfreiche Tipps, wie Sie in bestimmten (möglicherwese schwierigen/kritischen/…) Situationen mit den Teilnehmern umgehen können, welche Fragen Sie am besten ganz zu Beginn der Gruppe mit den Teilnehmern klären und können sich mit jeder Frage an uns wenden.

Das Verlängerungsprozedere (Absprachen, Einrichtungen von Foren, Rechtevergabe) wird vom Verein Hungrig-Online übernommen, um den Gruppenprozess nicht zu stören. Um einen reibungslosen Ablauf in Bezug auf Verlängerungen zu ermöglichen, wird dieser Prozess in enger Abstimmung mit Ihnen geschehen.

Fragen können Sie jederzeit per eMail an vSHG@hungrig-online.de stellen.

Vertrag für Leiter der vSHG